Sonntag, 31. Dezember 2017

Euler Bralette - das war wohl nichts.

Der wäre schön geworden.

Anmerkung: da beim Unterbrustgummi absehbar war, dass das nicht passt
habe ich nicht mehr allzu sauber genäht - sonst sehen meine Sachen nicht so aus.

Ja, ich habe mal wieder einen Reinfall beim Thema BH-Nähen erlebt. Anfang des Jahres hatte ich von meinem Misserfolg mit den Watson Bra und Boylston Bra-Schnittmustern geschrieben.
Wie schon damals erwähnt, ist der Haken am eigentlich spaßigen BH-Nähen, dass man den BH erst anprobieren kann, wenn er so gut wie fertig ist. Durch die kleinen (Zick-Zack)Stiche "lohnt" sich auseinandernehmen nicht. Ich rette dann meinst nur die BH-Schließe und die Träger.
Deswegen bin ich sehr froh, dass ich mit DL03 (hier aus Spitze) und Esplanlade Bra zwei für mich gut sitzende BH-Schnittmuster gefunden habe, die ich einfach so "runternähen" kann.

Ich hätte jedoch gerne für daheim noch einen Softbra. In der Richtung habe ich außer dem bereits erwähnten Watson-Reinfall noch erfolgreich zwei Schnitte von Madelynn (Simplicity 8228 Racerback sowie den gratis Schnitt Mallori Lane) genäht. Gerne wollte ich noch weite Soft-Bra-Schnitte ausprobieren. So bin ich unter anderem auf die Euler Bralette von Sophie Hines gestoßen.

Inzwischen gibt es zu dem Schnittmuster auch ein Modifaction Pack mit zwei weiteren Varianten.  Ich habe mich an Variante zwei aus dem Modification Pack entscheiden, d.h. mit einem normalen Backband (sorry, dadurch, dass ich nur englischsprachige BH Schnittmuster nähe, fehlen mir da die deutschen Begriffe - ist es das "Rückenband"?).

In weiser Vorraussicht habe ich, wie immer bei neuen BH-Schnittmustern, nur Reste von anderen Projekten verwendet - so ist es ein bißchen weniger schlimm, wenn es nichts wird. Das Nähen an sich war auch schon ein Krampf. Obwohl das nicht mein erster BH ist, habe ich an vielen Stellen nicht verstanden, was sie mir versucht zu erklären. Dadurch, dass ich das Modification Pack verwendet habe, musste ich auch immer wieder zwischen der ursprünglichen Anleitung und der Modification Anleitung hin und her springen - was meine Verwirrung nicht verbessert hat.

An einigen Stellen kam ich nur dank Fotorecherche auf Instagram (Hashtag #Eulerbralette) überhaupt weiter. Obwohl ich selbst kein Fan von Nähanleitungsvideos bin - hier hätte ich gerne ein Video gehabt. Ihre Methode, Falzband, ohne dieses umzuklappen, zu vernähen und dennnoch keine offene Kanten zu haben, hat mich schier zur Verzweiflung gebracht. Um mich selbst vor einem Nervenkollaps zu bewahren (okay, jetzt übertreibe ich ein wenig), habe ich das Falzband am Armausschnitt so angenäht, wie Falzband normalerweise angenäht wird (d.h. über die offene Kante geklappt und dann mit einem ZickZackstich beide Seiten erfassen). Ich muss sagen, die gezeigte Verarbeitung ist sehr sauber, alle Nahtzugaben liegen zwischen Futter und Oberstoff. An keiner Stelle gibt es offene Kanten, das gefällt mir schon.
Ob ich da jetzt bei der Anleitung völlig aufm Schlauch stand oder die Anleitung wirklich verschwurbelt geschrieben ist, kann ich nicht sagen.

saubere Innenverarbeitung (ohne offene Kanten)
Schon beim Nähen kam mir der BH niedlich vor, deswegen habe ich die Träger und die BH-Schließe nur drangesteckt, um einen ersten Eindruck zu bekommen und dieser war sehr ernüchternd. Die wichtigen Bereiche waren noch nicht mal bedeckt bzw. mussten händisch "runter" geklemmt werden :-( und das Unterbrustband war zu weit. Dem Cup fehlt einiges an Stoff um bedeckend zu sein, aber auch in einer größeren Größe würde es vermutlich nicht passen, da, das vermute ich jetzt, der Schnitt davon ausgeht, dass die Oberweite weiter außen liegt und nicht wie bei mir eher Richtung Mitte. Bei Bügel-BH-Schnitten fällt mir meine Abweichung von der Norm u.A. dadurch auf, dass ich aus der vorderen Mitte immer etwas raus nehmen muss.


Wenn man die Fotos ihrer fertigen BHs mit dem Schnittmuster vergleicht fällt auf, dass vorne die Cups im Schnittmuster nur minimal überlappen (ca. 0,5 -1cm max.) auf ihren Produktbildern jedoch eine größere Überlappung vorhanden ist. Das sorgt dafür, dass alles mehr mittig gehalten wird.
Bei dem Fotos vom Modification Pack stimmt das Foto mit dem Schnitt überein. Diese Erkenntnis kam mir aber erst nachdem ich das gute Stück so gut wie fertig genäht habe.

Ich finde es sehr schade, dass der Soft-BH mir nicht passt. Denke, ich werde den Schnitt nicht nochmal nähen - ich schaue mich eher nach anderen Schnittmustern um. Als nächstes probiere ich mich am XO Bra von Evie la luve

Schnittmuster: Euler Bralette + Euler Modification Pack Size XS
Material: Alles Reste von anderen BH Projekten: Powernet, Mesh, Mikrofaser, dehnbare Spitze, Unterbrustgummi, BH-Verschluss, BH-Träger inkl. Ring und Versteller, Falzgummi
Änderungen: keine - zu klein ist zu klein
Fazit: Der BH-Schnitt ist nicht für meine Anatomie. Sehr schade - auf Fotos gefällt mir der BH recht gut. Ich persönlich würde sagen, der Schnitt ist für A-, max. B-Körbchen angedacht (im Schnitt ist angegeben, dass der Cup bis D) geht.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Lust auf einem Morgenmantel-Sew-Along



Frau Siebenhundertsachen hat diese Woche mit einem Tweet eine kleine Welle an Morgenmantel-Interessierten zu Tage gebracht:


Unter anderem war ich eine derjenigen, die da auch einen dringenden Bedarf haben. Seit ein paar Wochen (oder ist es vielleicht sogar schon länger?) habe ich es mir angewöhnt, morgens vor der Arbeit in den kuscheligen aber gekauften Bademantel durch die Wohnung zu hüpfen ... okay, es ist eher ein sehr langsames schlurfen, aber egal. Diesen Bademantel würde ich gerne ablösen, aber allein fehlt mir die Motivation. Deswegen die Frage an euch:

Wer hätte Lust bei einem kleinen Morgenmantel-Sew-Along dabei zu sein?

Wir könnten uns über passende Schnittmuster und geeignete Stoffe austauschen und uns gegenseitig beim Nähen motivieren. Der Sew-Along würde wahrscheinlich irgendwann im Januar starten.

Bin gespannt auf eure Antworten.


Schwesterngeschenk: Plantain (Deer&Doe)



Ausschnitt mit Chainstich gecovert
Für ein Geschenk für meine Schwester war ich auf der Suche nach einem lockeren T-Shirt-Schnitt. Da ist mir der kostenlose Shirt-Schnitt Plantain von Deer & Doe wieder eingefallen.

Die 22 Seiten waren schnell ausgedruckt und geklebt. Im Schnitt ist zusätzlich zur A4 Variante auch die Copyshop Variante in A0 dabei. Das Schnittmuster ist ein Layered-PDF, d.h. es müssen nicht alle Größen ausgedruckt werden. Sehr praktisch.

Es ist "nur" ein T-Shirt-Schnitt, dennoch ist die Anleitung gut gemacht und für Anfänger auch sehr gut geeignet. Z.B. wird erklärt, wie man überprüft, ob der Stoff genug Stretch für den Schnitt hat.

Das Nähen lief gut und ich konnte endlich mal wieder alle drei Maschinen verwenden (Nähmaschine Pfaff Performance 5.0, Ovi Pfaff 788 und Cover Elna 444).

Gerade als ich die letzten Fäden abgeschnitten habe, kam zufällig meine Schwester vorbei und meinte, das ist ja ein toller Stoff. Sie war ganz baff als ich ihr gesagt habe, dass das ihr Shirt ist. Sie ist immer so gut zu mir und versorgt mich mit leckeren Selbstgebackenem. Da bin ich froh, wenn ich ihr mal etwas zurück geben kann.


Die Armkugel verläuft sehr flach. Mir gefällt der Sitz des Ärmels nicht so gut, aber für ein T-Shirt geht es. Bei dem Muster sieht man es eh nicht.

Kennt jemand ein ähnliches weit fallendes T-Shirt-Schnittmuster mit einem besseren Ärmel/Armloch?

Schnittmuster: Plantain Variante A von Deer & Doe
Material: Baumwolljersey (bereits für mein Milchmonster Lupita Kleid verwendet)
Änderungen: Saum anstatt 1,5 Nahtzugabe mit 3cm genäht
Fazit: Schneller Shirtschnitt, aber von dem Armloch bin ich nicht überzeugt.

Dienstag, 26. Dezember 2017

BionicGearBag: jetzt habe ich auch eine


Nachdem gefühlt "alle" schon eine eigene Bionic Gear Bag haben, war es nun bei mir endlich auch soweit. 

Vor kurzem habe ich euch meine neue Tasche für Nähtreffen gezeigt. Die Makerstote soll zukünftig meine wichtigen Nähutensilien beheimaten, welche nicht in die Bionic Gear Bag passen. Bisher hatte ich alle Nähutensilien in einem Werkzeugkoffer ausm Baumarkt. Die war schon sehr praktisch, aber schön ist anders.

Bevor ich die Bionic Gear Bag angefangen habe, habe ich online nach Inspiration gesucht und viele tolle Taschen gefunden. Für mich mitgenommen habe ich die Idee mit einer zusätzlichen Einschubtasche von einem deutschen Blog (leider finde ich den Link nicht mehr, falls diejenige hier mitliest, bitte melden), sowie die Idee, an die Reißverschlüsse Anhänger zu hängen. Dies habe ich von dieser bezauberten Liberty-Tasche von @sewsewmaria via @samasamanthamackie31. Ich glaube, ich muss mir beim nächsten Londonbesuch auch ein paar kleinere Stücke Libertystoffe mitnehmen.

Ich hätte gerne vorhandene Stoffe für die Bionig Gear Bag verarbeitet, hatte aber die Einschränkungen, dass diese zur Makerstote passen sollten. D.h., der Außenstoff sollte von Kokka Fabric sein. Mein Wunschstoff wäre ein "Bienenwaben"-Stoff gewesen. Von diesem hatte ich leider nicht mehr genug und meine Hoffnung, in Berlin noch welchen bei FrauTulpe zu finden, wurde leider enttäuscht, aber ich habe dort den tollen Fuchsstoff von Kokka gefunden. Dazu dann noch weitere Stoffe in Dunkelblau/Petrol-Tönen.


Aus meinem Bestand ist das dunkelrote Leinen sowie der blaue Robert Kaufmann Stoff (oben links). Beide sind auch in der Makerstote zu finden. Insgesamt habe ich von jedem Stoff weniger benötigt als gedacht und habe noch Stoff für andere Projekte übrig.

Reißverschlussanhänger

Für den Zuschnitt habe ich zum ersten Mal mein neues Inch-Lineal verwendet, ein "Creative Grids (6,5" x 24,5")" - gekauft bei Quiltmaus.de. Ein wirklich tolles Lineal, da verrutscht nichts beim Schneiden. Vielen Dank an Chrissy für den Tipp.

Die Reißverschlüsse habe ich lokal gekauft. Ich habe ewig gebraucht um mich zu entscheiden. Die Reißverschlussanhänger habe ich in im lokalen Bastelbedarf zusammengestellt. Die Verkäuferin war sehr nett und hat mich dabei unterstützt. Ich fand es wesentlich schwieriger Perlen zu kombinieren als Stoffe. So hat jeder seine Spezialgebiete.

Jetzt fehlt nur noch das Binding
Vor dem Nähen bzw. der Anleitung hab ich mich monatelang gescheut .... 82 Seiten für die Bionic Gear Bag und die kleine Minitasche für innen. Ich empfinde den Schreibstil als Zumutung und war sehr froh, dass ich die Anleitung (bis auf die Information zum Zuschnitt) nicht gebraucht habe, da ich beim monatlichen Nähtreffen im Beisein von minimale extravaganz (Link zu ihrer tollen Bionic Gear Bag die Tasche genäht habe.

Ich finde es interessant, wie kontrovers und emotional dieses Schnittmuster online kommentiert wird, und das über verschiedene Plattformen hinweg, z.B. Craftsy, YouTube und schlussfolgernd aus den Kommentaren der beiden Plattformen auch in diversen Facebook Gruppen, auch in der der Schnittmuster-Herstellerin.


Insgesamt fand ich das Nähen sehr langweilig. Ich war ewig mit dem Nähen der Reißverschlussfächer beschäftigt. Kleider nähen macht mir mehr Spaß, da gibts mehr Abwechslung. Den Zuschnitt und das Aufbügeln der Einlage habe ich vorm Nähtreffen vorbereitet und dort bin ich dann bis aufs Einfassband fertig geworden (Dauer ca. 7h). Am Abend habe ich dann noch das Binding am Reißverschluss mit der Nähmaschine angenäht. Dabei hatte ich tatkräftige Unterstützung vom Mann, der die Tasche in der Waagrechten gehalten hat (in so Fällen wäre eine im Tisch versenkte Nähmaschine schon sehr praktisch). Alleine wäre mir der Schritt schwer gefallen. Die jeweils zweite Seite habe ich anstatt mit der Nähmaschine mit der Hand genäht.

Im hinteren Fach habe ich noch ein Einschubfach für Kopierfolie hinzugefügt. Dieses ist ca. 10"x 4,5" groß, mit Einlage G700 verstärkt und der obere Rand mit Binding.
Für die Reißverschlussenden habe größere Stoffstücke gebraucht, da mein Reißverschluss breiter ist als im Schnitt vorgesehen. Die Reißverschlussenden habe ich (aus optischen Gründen) per Hand angenäht.

Extrafach für Kopierpapier

Extrafach von Innen

BionicGearbag in der Makerstote: noch genug Platz für Projekte

Jetzt bin ich gespannt, ob mein zwei-Taschen-Konzept im Vergleich zu meinem bisher seit vielen Jahren bewährten Werkzeugkoffer funktioniert.

Ach ja, wollte euch schon länger mal zeigen, für was ich die "Hebamme" (auch genannt Hebeplatte, Ausgleichsplatte oder Mehrwegwerkzeug) verwende: Hauptsächlich beim Taschennähen. Die Platte schiebe ich entweder vorne oder hinten unter den Fuß um größere Höhenunterschiede auszugleichen. Ohne die Hebamme würde der Nähfuß ansonsten sehr nach vorne/hinten gekippt sein, was eine unschöne Naht als auch Transportprobleme zur Folge haben könnte. Bei meiner Pfaff Performance 5.0 war das Werkzeug schon dabei. Scheint bei vielen Nähmaschinen so zu sein. Alternativ kann wohl auch ein gefalteter Karton oder ähnliches verwendet werden.


Schnittmuster: BionicGearbag von Sally Thompson
Material: H640, 2x Echino Kokka Stoffe, Robert Kaufman, die meisten Stoffe von Frau Tulpe, von Patchwork lokal und Reste von anderen Projekten, Gewebeeinlage G740, breiter Reißverschluss (teilbar, weil die Farbe so gut gepasst hat), 4x normale Reißverschlüsse, Perlen und Co für die Reißverschlussanhänger
Änderungen: Binding zweite Runde + Reißverschlussenden mit der Hand, Zusatzfach am Ende, Zippertab breiter.
Fazit:Von der wirklich furchtbaren Anleitung abgesehen, finde ich den Schnitt sehr gut. Es passt wahnsinnig viel rein. In der Tasche herrscht eine wunderbare Ordnung und ich finde meine Sachen mit einem Griff. Was ich vermisse, ist mein 30cm Lineal, das war bisher im Werkzeugkoffer, hier passt es nicht rein, es wohnt jetzt in der Makerstote.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Weihnachtskleid Sew-Along 2017: Finale


Heute bzw. gestern war das Finale des Weihnachtskleid-Sew-Along (organisiert von der MeMadeMittwoch-Crew).

Im ersten Teil des Sew-Alongs hatte ich euch meine Kleider der letzten Jahre gezeigt und ihr hattet geholfen, mich für einen Schnitt für dieses Jahr zu entscheiden. Dann ging es weiter mit der Stoffauswahl. Ich habe mich für den dezent gemusterten Baumwollflanell ("Schlafhosen-flanellartig") von Hüco entschieden. Den dritten Sew-Along Teil hatte ich leider verpasst.


Es wurde also nochmal mein erstes Call the Midwife-Kleid. Dieses habe ich letztes Jahr für den Film-und-Serien-Sew-Along 2016 genäht. Beim Schnittmuster hatte ich das Glück, dass Frau minimale extravaganz mir diesen erstellt hat. Ich liebe dieses Kleid heiß und innig und freue mich, dass ich nun ein zweites habe.
 
Dadurch, dass ich den Schnitt bereits schon mal genäht habe, hat mir leider völlig die Motivation gefehlt, es zu nähen. Für mich steht nun endgültig fest, die Faszination am Kleidung nähen hängt bei mir vom Nähen von neuen Schnitten und der Freude ab, wenn am Ende das Kleidungsstück passt. Das Wiederholen eines genähten Kleidungsstückes liegt mir nicht so. Ja, ich weiß, logisch ist das nicht. Schließlich geht es beim zweiten Mal um einiges schneller.

Am 15.12., also knappe drei Wochen nach Beginn des Sew-Alongs, habe ich tatsächlich schon mit dem Zuschnitt angefangen. Andere wesentlich fleißigere Näherinnen waren da schon fertig. Aber was wäre ein Weihnachtskleid Sew-Along für mich ohne Zeitdruck.


Das Nähen hat ohne Probleme geklappt und ging mir so leicht von der Hand, dass mir ein großer Fehler unterlaufen ist: Ich habe ein "Männerkleid" genäht *schluchz* *heul* (Knopfleiste ist auf der falschen Seite - der Männerseite). Dabei weiß ich es eigentlich besser, dank dem Merksatz "Woman are always right" (warum ich mir den wohl so gut merken kann ;-)). Ja, jetzt wäre es auch noch praktisch gewesen, wenn ich diesen auch umgesetzt hätte. Als mir mein Fehler aufgefallen ist, waren alle Nahtzugaben bereits gekürzt (in Stufen, da an der Stelle viele Lagen aufeinander treffen) und ein Auftrennen wäre sicherlich nicht gut gegangen. Jetzt muss ich mit meinem Männerkleid leben. Beim Knöpfen fühlt es sich falsch an, aber da muss ich jetzt durch.

Der Rock ist einen Tick kürzer als normal - einfach, weil der Stoff für den Tellerrock mit Kellerfalten nicht breit genug lag und ich schlicht zu faul war, die Schnittteile für vorderen und hinteren Rock aufzuteilen und die zusätzlichen Nähte in den Kellerfalten zu verstecken. Die Länge ist noch okay, aber ein bisschen länger wäre schon besser gewesen. Naja, beim nächste Mal dann halt. Unter dem Kleid versteckt sich mein Alltags-Petticoat (gekauft beim Walldorf Weekender).

Frau minimale extravaganz näht zu ihren Kleidern gerne den passenden Gürtel. Ich war bisher faul und habe nur "Fake"-Gürtel genäht (mit Annäh-Druckknöpfen geschlossen) (Beispiel: Stuttgarter Nähbloggerinnenkleid von diesem Jahr).
Jetzt wollte ich doch mal einen richtigen Gürtel mit bezogener Schnalle ausprobieren. Der Rohling dazu ist von poppyray.de. Das Beziehen der Gürtelschnalle ging sehr einfach. An dem Gürtel habe ich für den den Durchlass des Dorns (heißt der so?) ein Mini-Knopfloch von 8mm Länge genäht. Naja, ich muss sagen, bei der Gürtelherstellung ist bei mir noch ordentlich Luft nach oben. Mir gefällt der Gürtel nicht soooo gut. Finde ihn zu schmal und das Wenden mit der festen Einlage war ein Kampf (den netterweise der Mann ausgefochten hat). Mal sehen, ob ich mich mit dem Gürtel noch anfreunden werde. Das Prinzip des passenden Gürtel gefällt mir sehr gut, beim nächsten Mal würde ich eine größere Gürtelschnalle verwenden.

Knöpfe und Gürtelschnalle beziehen

Damit der Gürtel nicht verrutscht, habe ich unauffällige Gürtelschlaufen angebracht. Diese werden "geknüpft" und sind super schnell gemacht. Ich habe dafür das Craftsy-Video "the Couture dress" angeschaut - die Technik findet sich aber sicherlich auch auf YouTube.

Die unauffällige Gürtelschlaufe
(nennt, man diese so?)
Kleine Story am Rande: durch die Verkettung "unglücklicher" Umstände durfte ich diese Art der Halterung das erste Mal auf der kirchlichen Hochzeit meiner Schwester anwenden. In der Location saß ich hinter meiner Schwester und habe, während sie sich mit ihren Gästen unterhalten hat, eine ihrer "Halterungen" für die Brautkleidschleppe mittels dieser Technik wiederhergestellt. Anschließend konnte die Braut ihre Schleppe wieder hochdrapieren und ihren Hochzeitstanz absolvieren.


Zurück zum Weihnachtskleid, am 23.12. war ich schließlich fertig - ich würde sagen, eine Punktlandung. Ich liebe mein neues Call the Midwife-Kleid, durch den weichen Stoff fühlt es sich kuschelig an und trotzdem fühle ich mich damit gut angezogen.

Ich wünsche euch allen schöne Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

Auf dem MeMadeMittwoch Blog könnt ihr wunderschöne einzigartige Weihnachtskleider bewundern. Vielen Dank an  Katharina (sewing addicted), Nina (Kleidermanie), Claudia (bunte kleider) für die Organisation dieses tollen Sew-Alongs.

Schnittmuster: Call the Midwife Kleid (Schnittmuster von Fr minimale extravaganz)
Material: Baumwollflanellstoff (oder so ähnlich - hat keine "Schlafhosen"Qualität) (Hüco), Futter (Rockteil und eine Seite des Taschenbeutels), Batist (als Oberteilfutter), nahtverdeckter Reißverschluss, rote selbst erstellte Paspel, bezogene Knöpfe 13mm // Gürtel: feste Einlage, Gürtelrohling (Poppyray), 4mm Öse (Prym)
Änderungen: dieses Mal kam noch ein Gürtel und Gürtelschlaufen dazu.
Fazit: Ich freue mich riesig, dass ich nun ein zweites Kleid nach diesem Schnitt habe.


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