Montag, 16. Oktober 2017

AnNäherung Süd 2017 - es war mal wieder toll.

Jede Teilnehmerin stellt kurz ihre Projekte vor. Die Zettel hängen dann vor Ort an einer Pinwand.

Am vergangenen Wochenende fand das Nähtreffen AnNäherung Süd in Würzburg statt. Dieses tolle Event wird von Alexandra (mamamachtsachen.de) organisiert.

Ich konnte zum dritten Mal dabei sein (Blogpost von 2015 und 2016). Vom ersten Treffen in 2015 gibt es sogar eine Podcast-Episode mit vielen Interviews der Teilnehmerinnen.

Nun zurück zum diesjährigen Treffen. Wie bisher auch ging das Treffen von Fr. Mittag bis So Nachmittag. Also genug Zeit zum gemeinsamen Nähen und Quatschen.
Dieses Jahr waren etliche Neue mit dabei. Das fand ich sehr spannend. Wobei es sehr schade war, dass andere bisherige AnNäherungsSüd-Teilnehmerinnen gefehlt haben.

Nachdem alle ihre Plätze bezogen hatten, gab es wieder die Vorstellungsrunde. Dabei stellt jede ihre Projekte fürs Wochenende vor. Eine schöne Gelegenheit, alle kennenzulernen und einen Überblick über die Projekte zu bekommen. Dies waren, abgesehen von ein paar Taschen, alles Kleidungsprojekte.


Für meine Verhältnisse war ich dieses Jahr mit minimalem Gepäck unterwegs und wurde doch mehrmals von Anderen angesprochen, dass ich viel dabei hätte. Also wirklich. Ich war mit nur einer Nähmaschine dort. In der Vergangenheit gerne mal mit 3 Maschinen und mit wesentlich mehr Projekten, da diese nicht so zeitintensiv waren, wie die für dieses Jahr. 

Wie auf dem ersten Foto gezeigt, hatte ich mir drei Projekte mitgenommen. Schaffen wollte ich unbedingt die von einem Mantelschnitt abgewandelte taillenkurze Jacke aus einem curry-senffarbenen Walkstoff. Die beiden anderen Projekte habe ich als "Notfall-Projekte" mitgenommen - entweder, falls ich super schnell fertig werden würde mit der Jacke (hahaha), oder, was wahrscheinlicher gewesen wäre, eine Pause von der aufwändigen Jacke brauchen könnte.

Rückenteil meiner Jacke
Bei der Jacke waren an diversen Stellen Handnähte notwendig (z.B. Windstopper an Oberstoff heften, Ärmelfische, Schulterpolster etc.), und so hatte ich die Gelegenheit, mich immer wieder an die anderen Tische zu setzen und dort zu schauen, was die anderen so machen. In so netter Gesellschaft gehen mir diese Nähte besonders leicht von der Hand und gefühlt dauert es nicht so lange. :-)

Es gab auch "geheime" Absprachen zu einem möglichen weiteren Nähbloggerinnen-Treffen im Süden von Deutschland (ähnlich dem Stuttgarter Nähbloggerinnen-Treffen). Mal sehen, was aus der Idee wird.

Ich war sehr froh, dass ich die Jacke (den Schnitt habe ich bereits zum dritten Mal genäht) auf der AnNäherung genäht habe. Alleine hätte mir definitiv die Motivation gefehlt, ein so aufwändiges Projekt zu nähen. In der netten Gesellschaft war es dann gar nicht sooooo schlimm. Jacken/Mäntel nähen ist einfach nicht meins. Kleider nähe ich da viel lieber. In den letzten zwei Jahren hatte ich die Motivation dank dem Winterjacken-Sew-Along 2015 bzw. Wintermantel-Sew-Along 2016.

Im Endeffekt war es bei mir dann eine Punktlandung. Während die Abschlussrunde, bei der jede Teilnehmerin vorstellt, was sie genäht hat, schon lief, habe ich die letzten Druckknöpfe angenäht und bis ich ich dann dran war, war die Jacke fertig. Fotos gibts demnächst für Euch.

Ich scheine eine Vorliebe für dunkelblau zu haben - sogar der Nagellack (bisschen mitgenommen nach vier Tagen)
passt zufälligerweise zu meinem Nähprojekt

Die Zeit verging wieder wie im Flug. Vielen vielen Dank an Alexandra für die hervorragende Organisation.

Also, falls ihr mal die Gelegenheit habt, zu so einem solchen Event zu gehen - macht das, es ist unglaublich toll. 

Freitag, 13. Oktober 2017

Schwesternhochzeit: ihre Standesamttasche

Cambag Tessa in der kleinen Größe
Zum Standesamtkleid hat sich meine Schwester eine passende Tasche gewünscht und sie wusste praktischerweise auch gleich, wie diese aussehen sollte. Das hat mir die Suche nach einem Schnittmuster wesentlich vereinfacht. Verwendet habe ich das Schnittmuster  Cambag Tessa von Crearesa.de. Habe mit (deutschen) Indyschnitten bisher nicht die besten Erfahrungen gemacht, aber diese Anleitung war gut gemacht: Fotos sind gut erkennbar und der Text verständlich.

Im Schnittmuster sind zwei Größen enthalten. Ich habe die kleine Variante genäht und war überrascht, wie viel dort doch reinpasst. Dachte, mit Smartphone und Taschentüchern ist die Tasche voll, aber da ist noch einiges an Platz.


Für die Tasche habe ich die Dupion-Taftseide in Petrol und Dunkelblau (als Paspel) von ihrem Kleid verwendet. Dazu kam dann noch Kork, sowie ein Schwalbenstoff (hatte sie sich beides selber rausgesucht), sowie ein silbernfarbener Reißverschluss, Paspel und D-Ringe.

Die Idee mit der Kombination der Seide mit dem Kork hatte meine Schwester. Vom Stil her passt das super zu ihr. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen.


Eine kleine Änderung habe ich am Schnitt vorgenommen. Der Schnitt sieht eigentlich keine waagrecht rundherum laufende Paspel vor. Dafür musste ich das vordere und hintere Taschenteil anpassen und auf der einen Seite die kleine äußere Reißverschlusstasche einen Tick nach oben versetzen.

Der Träger war um einiges zu lang. Die Originallänge sah zu dem Kleid nicht stimmig aus. Wenn man vor hat, die Tasche quer zu tragen, benötigt man allerdings die im Schnitt vorgesehene Länge. 


Vom Nähen her lief es sehr gut - ein paar Stellen waren etwas kniffelig, aber durchaus machbar. Als kleines Extra habe ich noch die Initialen vom Brautpaar und den Standesamttermin auf die Seite der Tasche genäht (Ein Hoch an meine Pfaff Performance 5.0). Meine Schwester war sehr begeistert und meinte, allein dafür hat sich die neue Nähmaschine schon gelohnt. :-) Naja, die hat noch andere tolle Features.


Auf dem Kork wollte ich keine Markierungen machen und so habe ich diese auf Soluvlies gemacht, dieses mit Klammern auf dem Kork befestigt und dann genäht. Das Vlies lies sich anschließend gut abreißen und den kleinen übrig gebliebenen Rest habe ich vorsichtig mit ein wenig warmen Wasser entfernt.

Schnittmuster: Cambag Tessa von Crearesa.de in der kleinen Variante
Material: petrolfarbene Dupionseide (roterFaden), dunkelblaue Dupionseide (Stoffladen in Basel) für Paspel, Träger und D-Ring-Befestigung, silberfarbener Reißverschluss mit petrolfarbenem Band (Fr.Machwerk), D-Ringe (Alles für Selbermacher), Einlage
Änderungen: siehe Text für Details - Taschenhauptteil wg. Paspel geteilt, Paspeln rund um die Tasche und Träger gekürzt
Fazit: Für den Anlass ist es ein toller Schnitt. Für den Alltag wäre der Schnitt weder für meine Schwester noch für mich was. Wir brauchen da dann schon eher ein Taschenmodell, mit einer wesentlich höheren Ladekapazität (z.B. Arya von Machwerk).


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Schwesternhochzeit: Ihr Standesamtkleid


Nachdem inzwischen auch die Fotos bearbeitet sind, kann ich euch endlich das Standesamtkleid meiner Schwester zeigen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie mich gefragt hat, ob ich ihr Kleid nähen würde. Es war mir eine Ehre.

Im Juli hatte ich schon die Probekleider gezeigt, es waren ein (nicht tragbares) Probeteil und zwei tragbare Probekleider notwendig, bis ich mit der Passform zufrieden war.

Das richtige Kleid habe ich aus Dupion-Taftseide von roter Faden genäht. Die Suche nach den Stoffen für das Kleid war sehr Nerven aufreibend. Der Petrolfarbton war schnell gefunden, aber dunkelblaue Dupionseide für die Paspel und Gürtel waren, zu meiner Überraschung, nicht zu finden. Schließlich bin ich bei einem Städtetrip in Basel endlich fündig geworden.


Dies war meine erste Erfahrung mit Dupion-Taftseide und der Stoff ließ sich - abgesehen vom Ausfransen - sehr gut vernähen. Durch die auch für meine Verhältnisse vielen Probeteile, war ich beim Nähen schon warm gelaufen und auch die schwierigen Stellen (z.B. der Übergang vom vorderen Schulterteil zum Kleid) gingen mir leichter von der Hand.

Beim Zurückschneiden der Nahtzugabe am Oberteil ist es dann passiert. Ich habe ein ca. 2cm großes Loch ins Futter geschnitten. Ich war den Tränen sehr sehr nahe. "Ich habe ins Hochzeitskleid meiner Schwester geschnitten!!!!" Erst habe ich überlegt, ob ich das vordere Oberteil neu nähe, aber ich hätte auch alle Teile aus Seide neu zuschneiden müssen, da alle Nahtzugaben schon zurückgeschnitten waren und der ausfransende Stoffe das nicht mitgemacht hätte. Stoff hätte ich auch nachkaufen müssen, bei einem so hochwertigen Stoff hatte ich nur die benötigte Menge bestellt. Ich habe dann meine Schwester gefragt, was ich machen soll und sie meinte nur: "Sieht man es von außen?" ... Ich: "Nein, ist nur innen." ... "Na, was bist Du dann so traurig, man sieht es doch nicht." :-) Da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Passend zum Kleid gab es dann noch einen Gürtel aus Dupionseide mit dunkelblauer Spitze, sowie dunkelblaues Spitzenband für ihre Schuhe.

Von Chrissy hat meine Schwester den zum Kleid passenden Petticoat geschenkt bekommen. Vielen vielen Dank, liebe Chrissy.

Braut und Bräutigam
Von mir sind:
Bei ihr: Kleid, Gürtel und Schuhband
Bei ihm: Fliege und Einstecktuch

Schnittmuster: Vogue V8280 genannt GalaxyDress (Out of Print), Tellerrock
Material: Dupion-Taftseide in Petrol, Batist (Oberteilfutter), Neva Viscon Futter (Rockteil), Dupionseide Dunkelblau für die Paspel und Gürtel, Spitze für Gürtel, nahtverdeckter Reißverschluss
Änderungen: Siehe Probeteil-Blogpost.
Fazit: Wie schon im Probeteil-Blogpost geschrieben, würde ich das Schnittmuster nicht empfehlen.

Ich wünsche den Beiden alles Gute. Sie sind ein so tolles Paar. 

Auf euch kommt jetzt noch eine kleine Flut an Blogposts rund um die Hochzeit zu. Von mir sind noch ihre Handtasche, seine Fliege & Einstecktuch, das Kleid meiner Mutter, mein Hochzeitsgastkleid fürs Standesamt und das für die kirchliche Hochzeit, sowie noch die jeweils passenden BHs zu meinen Kleidern. Ach ja und noch der Fascinator fürs kirchliche Hochzeitsgastkleid.

... und abends hat sie dann noch die schicken Stiefel rausgeholt


Sonntag, 1. Oktober 2017

Hosen und ich: mal was ganz Anderes: ein Overall (Wearinghistory)




In den letzten Jahren ist mir alle paar Monate der tolle Overallschnitt von Wearinghistory über den Weg gelaufen. U.A. von JungscheBack to Blighty Vintage, Pinhouseplaymate, FlashbacksummerStar-Spangledheart). Das Schnittmuster fand ich von Anfang an Klasse, wusste aber nicht, warum ich so was brauchen könnte.

Beim Rock´n´Roll Weekender (Walldorf) mit Mann und Freundin (bei dem ich auch meinen Alltagspetticoat gekauft habe) hatte auch PoppyRay einen Stand. Ich fand es sehr nett, sie kennen zu lernen (inzwischen konnte ich sie auch in ihrem Studio in Berlin besuchen). Vor dem Walldorf Weekender war sie für mich "nur" ein Instagramprofil mit Shop.
Auf ihrem Blog interviewt PoppyRay Lauren, die Gründerin von WearingHistory.

Die Wearinghistory-Schnittmuster sind eher im höheren Preissegment angesiedelt, weswegen ich auch in den vergangenen Jahren immer gezögert habe, mir diesen so ganz ohne Anlass zu kaufen. Somit stand ich vor dem Schnittmuster und habe es wiedereinmal angehimmelt. Meine Freundin konnte sich mein Leiden wohl nicht anschauen und meinte, ich hätte eh noch nen offenen Gutschein bei ihr ... der wird jetzt zum Schnittmustergutschein umgewandelt und sie hat mir spontan diesen wirklich sehr teuren Schnitt geschenkt. Ich war baff. @A.: Vielen vielen Dank dafür. Da ich in diesem Jahr für mich wieder das "Hosen-Motto" ausgerufen habe, passt das sehr gut. 

Vor Ort war ich mir unsicher wegen der Größe, ich lag genau zwischen zwei Größenspektren und hatte zur Sicherheit die Größere gekauft. Daheim kamen mir dann doch Zweifel. Dank dem tollen Service von PoppyRay wurde mir auf dem Postweg das Schnittmuster ausgetauscht. Größentechnisch bin ich jetzt am oberen Ende der Größenskala von Paket A.


Knopfleiste:
5x Jeansknöpfe und 1x Druckknopf (versteckt sich hinter der Tasche)
Das Schnittmuster basiert auf einem originalen 40er-Jahre-Schnittmuster. Für mich ist es das erste richtige "alte" Schnittmuster. Bisher hatte ich nur neu aufgelegte von Vogue/McCalls etc. genäht, bei diesen sind die Anleitungen auch für moderne Bedürfnisse geschrieben. 
Das Schnittmuster ist für "intermediate Sewist" gedacht und ich muss sagen, ja das stimmt. Man muss schon mehr mitdenken, wie bei den neueren Schnittmustern. Mit ein paar der Markierungen konnte ich nichts anfangen - die habe ich dann ignoriert.

Die Anleitung sieht für das Oberteil nur ein Schrägband als Beleg vor. Die Verarbeitung gefiel mir nicht so und so habe ich, eben so wie etliche andere Näherinnen dieses Schnittes, das Oberteil komplett gefüttert. Dadurch kam es zu etlichen Änderungen in der Anleitung. Im Endeffekt habe ich auch durch meine noch hinzugefügte Absteppung die Anleitung für mich nochmal neu geschrieben.

Es wird bei dem Schnitt explizit darauf hingewiesen, dass ein Probeteil notwendig ist. Da die im Schnitt enthaltene Mehrweite geringer ist als es heutzutage bei Schnittmustern üblich ist. Das Probeteil war schnell genäht. An der Hose habe ich außer der Länge nichts geändert. Beim Oberteil habe ich zwei Probeteil gebraucht.

Nachdem der Probeoverall schnell genäht war, hatte ich die Zeit, die ich für den richtigen Overall brauchte, vollkommen unterschätzt. Dachte, ich könnte den Overall im Laufe des Nähtreffens von Isabell fertig stellen, aber ich bin nicht mal ansatzweise fertig geworden. Das Absteppen hat ewig gedauert, sodass ich am Ende des Treffens noch nicht mal ne fertige Hose hatte, sondern nur Einzelteile (Träger, Oberteil, Oberteilfutter, halb fertige Hose).


Cecilia (Cecilia_Theresa_Design) hat bei dem Treffen ihre Ginger Jeans genäht und so haben wir uns meine gute alte Nähmaschine sowie ihre Ovi geteilt. Abgesteppt haben wir jeweils mit unseren normalen Nähmaschinen (in meinem Fall die Pfaff Performance 5.0 - genannt "SchnickSchnack").
Letztes Jahr, als ich meine Ginger Jeans genäht habe, hatte ich noch nicht meine neue Nähmaschine, sodass ich Absteppen und Nähen mit einer machen musste. Das war schon sehr nervig mit dem ständigen Umfädeln. Mit zwei Nähmaschinen lief es schon viel entspannter.
Trotzdem war das Absteppen nicht ohne. An ein paar Stellen, gerade dort wo viele Lagen Jeans aufeinander waren, wurde der Oberfaden immer mal wieder nach unten gezogen. Das war nervig, aber so konnte ich "endlich" mal wieder den Nahttrenner verwenden.

Ich hatte meine gute alte Nähmaschine seit ein paar Monaten nicht mehr selbst genutzt (sie war nur noch für Nähgäste im Einsatz), sodass ich am Anfang an nervösen Oberschenkelzuckungen (fehlender Kniehebel) gelitten habe. :-) So, wie ich auch gerne mal vergessen habe, am Anfang zu vernähen, oder mit dem Fuß oben losgenäht habe. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich an den  computergesteuerten Schnickschnack gewöhnt. Nach ein paar Nähten war ich aber wieder drin. Da ich meine alte nicht wegen Problemen, sondern nur wegen fehlendem Schnickschnack getauscht habe, hatte ich keine bedenken, die alte für ein Projekt einzusetzen.

Die Probehose hatte ich ohne Gesäßtaschen, wie im Schnitt vorgesehen, genäht. Dann haben mir doch Taschen gefehlt und ich habe die Ginger Jeans Tasche dort aufgenäht. Die habe ich für die richtige Version auch vorbereitet, inkl. Absteppung und dann schlussendlich nicht verwendet, da mir die Optik ohne Potaschen doch besser gefallen hat.

Vielen Dank an den Mann, der mir bei dem Anzeichnen der Knopflöcher, dem Anbringen der Jeansknöpfe und dem Hosensaum geholfen hat. 



Weitere Infos zum Schnitt:

Im Schnitt wird nicht erwähnt, wo Einlage rein soll oder ob überhaupt. Ich habe an folgenden Stellen Einlage verwendet:
Oberteil: Im Bereich der Knöpfe für die Träger bei Futter und Oberstoff G785, eigentlich wollte ich noch G785 im Bereich der seitlichen Knopfleiste, die hab ich dann aber vergessen.
Frontfacing, dort gehen die Knopflöcher durch: G740
Backbinding, an dem Teil werden die Knöpfe befestigt: G785, würde beim nächsten Mal die festere G740 verwenden
Träger: eine Seite jeweils komplett G785, bei der anderen nur die Spitze, wo später das Knopfloch ist.


Damit der Übergang von Einlage zu Stoff nicht zu abrupt ist, habe ich die Kanten bei allen Teileinlagen mit dem Zackenrollschneider zugeschnitten.

Eine Anmerkung noch: Laut Anleitung sollen die Schnittteile 7+8 doppelt zugeschnitten werden, diese werden aber jeweils nur 1x benötigt.

Schnittmuster: 1940s Overalls, Playsuit, & Trousers Pattern von WearingHistory, Size Pack A, gekauft bei PoppyRay
Material: Jeans (vom Nähkontor), Prym Jeansknöpfe (lokal), Batist (Oberteilfutter, FrauTulpe), Einlage G740 und G785, Absteppungen mit Jeansgarn, 1x Druckknopf
Änderungen: Hose um einiges gekürzt, Einlage verwendet - siehe Text für Details, Oberteil gefüttert (anstatt Ausschnittbinding), Oberteil um ca. 1-1,5cm gekürzt (inkl. Binding und Facing). An der Knopfleiste zu den fünf Jeansknöpfen noch hinter die Tasche ein großer Druckknopf.
Änderungen fürs nächste Mal: Schritt ist zu tief. Keine Ahnung, warum mir das beim Probeteil nicht aufgefallen ist. Es stand sogar im Schnitt, aber mir kam das Probeteil nicht sooo tief vor. Aber ich müsste beim nächsten Mal da definitiv noch was wegnehmen. Oberteil hintere Mitte nochmal überprüfen, da könnte noch ein Keil weg.
Fazit:  Ich finde mich in der Hose sehr "süß". Hatte etwas Bedenken, dass ich mich darin "rustikal" fühle, aber dem ist nicht so. Obwohl mir der Schnitt echt gut gefällt, kann ich mir momentan noch keine weitere Version vorstellen. Jetzt muss sich das gute Stück erst Mal in meinem Alltag bewähren. Wo ich den anziehe, weiß ich noch nicht. Für die Arbeit kommt mir das Teil im Vergleich zu meinen Kleidern schon sehr leger vor. Mal sehen.



Frau Kirsche hat eine ähnlichen Overall (Instagramprofil ist privat), den sie mit der Smooth Sailing Bluse von Wearing History kombiniert. Die Kombination gefällt mit sehr gut. Ich brauche jetzt auch so eine Bluse. Bin mir nur nicht sicher, ob die Bluse dann auch brav an Ort und Stelle bleibt oder sich komisch hocharbeitet. Ich werde es dann sehen.

Aber als nächstes steht jetzt der Rosie Overall von Mika Oh! an:


Montag, 21. August 2017

Berlin-Kurzurlaub

Vergangenes Wochenende war ich mit Yacurama (minimale extravaganz) in Berlin. Sie hatte uns vorher eine eigene (private) Google Maps mit möglichen Zielen erstellt. Daraus haben wir uns dann auf der Fahrt nach Berlin unsere Route erstellt.
Vor der Abfahrt hatte ich bei Instagram noch nach sehenswerten Nähläden gefragt, die Antworten haben wir auch in unseren Ausflugsplan übernommen. Schaut euch mal die dortigen Kommentare an, dort findet ihr viele Tipps für Berlin. Danke nochmal dafür.


Ich berichte in diesem  Post nur über die nähtechnischen Ziele, die wir besucht haben.

Unterwegs waren wir mit nextbike (Leihfahrräder verteilt in ganz Berlin) und Bus und Bahn. Die Mischung hat gut funktioniert. Auch wenn das Ausleihen bzw. Auffinden der nextbikes teilweise recht abenteuerlich war. Beim nächsten Mal würden wir uns nach einer Fahrradleihalternative umschauen. Aber das die Fahrräder überall (Straßenrand) zurückgegeben werdeb konnten, war schon praktisch.

In Ermangelung eines kleidertauglichen Kleiderschrankes hingen unsere Kleider in der Garderobe.

Nun aber zurück zu den wichtigen Themen:
Am ersten Tag wollten wir als zunächst zu Nina ins Nähkontor. Für mich gibt es ja keinen Berlinbesuch ohne einen Abstecher in ihren Laden. Demnächst gibt es eine Podcastfolge mit Nina.  Auf dem Fußweg dorthin haben wir den Laden "Lotti Klein" entdeckt. Auf den ersten Blick wirkt dieser wie ein Laden für Kinder aber sie haben eine hervorragende Auswahl an hochwertigen Birch und ArtGallery Stoffen. Ich war sehr begeistert. Habe mir von dort einen gemusterten Blumenstoff für eine neue Daheim Hose mitgenommen (meine alte „Trost“hose ist inzwischen schon recht „used“).

 

Im Nähkontor habe ich passend dazu noch weichen Viskosejersey als breiten Umschlagbund für die Hose gekauft und für meinen noch im Probestadium befindliche 40er Jahre Wearinghistory Overall einen tollen dunklen Jeansstoff.

Dann haben wir uns aufs Fahrrad geschwungen und sind zum Maybachufer gedüst. Ich weiß, für viele von Euch ist das ein Must-Seen-Ort aber ich finde dort einfach nichts für mich. Den Stoff, den ich bei meinem ersten Besuch vor x-Jahren mitgenommen habe, liegt immer noch daheim rum. Einfach nicht meine Farben / Stoffqualität. Yacurama ist dort fündig geworden und hat u.A. einige schöne Viskosestoffe mitgenommen. Auf dem Markt haben wir zufällig auch noch Stella und Lotti getroffen, da sieht man mal wieder wie klein die Welt ist.


Im Anschluss ging es zu Hüco. Auch einer der Tipps, die wir von euch auf meinen Instagram Post bekommen haben. Hüco liegt etwas außerhalb, ist aber gut mit den ÖPNV zu erreichen. Von dort hab ich einen weichen Fischgrätstoff mitgenommen. Was ich damit mache, weiß ich noch nicht, aber mir wird schon was einfallen.


Zum Abschluss des Tages hatten wir das Glück von Steffi (Poppyray) in ihr Studio eingeladen worden zu sein. Von ihr habe ich vor ein paar Monaten den oben erwähten Wearinghistory-Overall-Schnitt gekauft. Die Zeit mit ihr war sehr nett und interessant. Dort habe ich einen ganz tollen Bordürenstoff (Schiffe und Streifen) mitgenommen. Daraus möchte ich ein Kleid mit gerafftem Rock nähen.


Am zweiten Tag waren wir bei Siebenblau, diese sind spezialisiert auf Biostoffe. Bei der tollen Auswahl konnte mich nicht entscheiden. Habe mir aber ein paar Ideen für neue Projekte mitgenommen. Als Andenken habe ich einen Fat Quarter aus einem blau- weißen Stoff mitgenommen. Den Stoff an sich könnte ich mir auch gut als Kleid vorstellen. 


Weiter gings zu "meiner" Frau Tulpe. Auch das ist für mich ein festes Ziel in Berlin. Dort habe ich mich wieder mit verschiedenfarbigen Batiststoffen eingedeckt. Diese verwende ich sehr gerne zum Füttern von Rockoberteilen. Dann habe ich dort auch die Stoffe für meine geplante BionicGearbag gefunden und eine Art "Salt & Pepper" Stoff in Türkis / Petrol musste auch noch mit.


Die Zeit verging rasant schnell. Sonntags gings dann schon wieder zurück in den Süden.

Vielen Dank an Chrissy für die schönen gemeinsamen Abende.

Mittwoch, 16. August 2017

BH nähen: Nähfüße

Auf Instagram kam heute von @anna.maria.du die Frage zu einem Post von 500daysofSewing auf, welche Pfaff-Nähfüße ich zum BH nähen verwende. Wollte erst "nur" auf Instagram antworten, aber eigentlich ist die Information im Blog viel besser aufgehoben, da findet man diese wenigstens ohne langes Timeline scrollen wieder.

Ich habe eine Pfaff Performance 5.0, sowie meine gute alte Gritzner 6152 (baugleich zu Pfaff Tipmatic). Auf beidenn habe ich bereits mit den unten genannten Nähfüßen BHs genäht.


Ich liste die von mir beim BH nähen verwendeten Nähfüße (alle IDT, d.h. der Obertransport kann gleichzeitig verwendet werden) mal nach Häufigkeit auf:

1/4" Füße:
Etwas, was viele am BH nähen unter anderem abschreckt, scheinen die schmalen Nahtzugaben von nur 1/4" (6mm) zu sein. Das ist allerdings mit den richtigen Füßchen überhaupt kein Problem. Ich habe zwei 1/4"-Füße, einmal den nicht-durchsichtigen (oben links im Bild) und den durchsichtigen mit Kantenführung (unten rechts). Hatte zuerst den nicht-durchsichtigen Nähfuß und kam damit sehr gut zurecht. Chrissy hat mir von ihrer Begeisterung für Nähfüße mit Kantenführung erzählt. So habe ich mir noch zusätzlich den durchsichtigen mit Kantenführung geholt... um dann festzustellen, dass der Fuß für mich nichts ist. Zum Glück sind die Pfafffüße so schön günstig. Mein Problem mit dem Fuß ist, dass ich immer wieder auch über quer gesteckte Stecknadeln nähe (soll man nicht, aber mache ich trotzdem :-)), das funktioniert mit der Kantenführung gar nicht. Die Nadel bleibt daran hängen. Auch grumpfelt (Mann behauptet das wäre keine deutsches Wort, dann eben "es kann zu kleinen Fältchen kommen da Stoff sich staucht") sich der Stoff unschön zusammen, wenn man damit mal einen Tick zu nahe an die Kantenführung kommt. Aus den beiden Gründen verwende ich den durchsichtigen Fuß nur sehr selten. Den anderen 1/4"-Fuß würde ich nicht mehr hergeben, damit nähe ich alle 6mm-Nähte. Ohne den könnte ich keinen einzigen BH nähen.


normaler Nähfuß:
Diesen verwende ich für alle Nähte, die Zickzack erfordern. So zum Beispiel das Annähen von Gummibändern, der Träger etc., sowie alle nicht-6mm-Nähte (z.B. Bügelband).

Schmalkantenfuß:
Den Fuß verwende ich für Absteppungen. Diese sind unter anderem die am Cup (Oberstoff) und am Unterbrustband.

Reißverschlussfuß:
Den Fuß verwende ich gerne zum Annähen der BH-Schließe. Ich stelle einen schmalen Zickzack ein und positioniere die Nadel ganz rechts. So komme ich gut an den Metallteilen des BH-Verschlusses vorbei.

Welche Nähfüße verwendet ihr an euren Nähmaschinen fürs BH-nähen?

Montag, 14. August 2017

Arghhh, was passiert, wenn man Projekte, die nicht sein sollen doch versucht durchzuziehen

Nach meiner ersten Probeversion des trägerlosen BH Schnitt "Esplanade" von Orange Lingerie, welche wesentlich erfolgreicher war als ursprünglich gedacht aber dennoch noch ein paar Optimierungspunkte hatte, wollte ich unbedingt noch eine zweite Variante nähen. Inzwischen habe ich zusätzlich zu meinem Stofflager für "normale" Kleidungsprojekte auch ein gut gefülltest Unterwäsche-Materiallager, so stand dem Vorhaben eigentlich nichts entgegen.

Bei meinem Ausflug zu Sewy im letzten Jahr hatte ich mich auch mit petrolfarbenen Stoff eingedeckt. Meine Liebe zu der Farbe ist nach wie vor noch existent aber inzwischen konnte ich mir den Stoff nicht mehr als normalen BH vorstellen. Der Stoff hat für einen "BH-Stoff" relativ breite Streifen. Die lassen sich, meiner Meinung nach, eher nur schwer sinnvoll auf so kleine Stoffstücke unterbringen wie es bei einem normalem BH-Schnitt erforderlich ist. Deswegen wollte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und habe angefangen den Stoff für den trägerlosen BH zu zuschneiden. Abgesehen von den Cup-Schnittteilen sind die Bandschnittteile, verglichen mit nem Standard-BH-Schnitt riesig und lassen die Streifen besser zu Geltung kommen. Bin mit der Wahl des Stoffes war ich aber immer noch nur so semi happy. Stand heute würde ich den nicht mehr kaufen aber jetzt war er schon mal da.

ein neuer trägerloser BH entsteht
Nachdem ein Teil schon zugeschnitten war (Prozess ging verteilt über 2 Tage) hat Orange Lingerie auf Instagram eine Version des Schnittes aus Spitze gezeigt - wow, so was wollte ich haben. Umso mehr sank meine Motivation zu "Sträflingsstreifen"-Modell auf meinem Zuschneidetisch. Weil ich es mit mir nicht vereinbaren konnte, die bereits zugeschnittenen Teil zu entsorgen, habe ich mich aufgerafft und den BH mit dem Streifenstoff zugeschnitten.

Meine Arbeitsmoral wurde durch diverse (selbst verursachte) Pannen auch nicht besser. z.B. Wollte ich petrolfarbenes Laminiat verwenden, die Bandteile habe ich aber schon mit schwarzen BH-Powernet unterlegt. Somit wären die beiden Cups im Hintergrund sichtbar Petrol gewesen der Rest des BHs aber schwarz. Das geht ja überhaupt nicht. Mein Plan die Laminatteile vor dem Beziehen mit dem Oberstoff noch mit dünner schwarzer Mikrofaser zu doppeln ist mir erst nach dem Nähen des ersten wieder eingefallen. Beim zweiten habe ich das Mikrofaser mit Strühzeitkleber auf dem Lamniant geklebt und als ein Stück weiterverarbeitet - das hat wunderbar geklappt. Beim ersten Cup musste ich dann das Mikrofaser ganz normal wie den Oberstoff zuschneiden, nähen und dann auf den Cup aufziehen. Das war einiges mehr Arbeit. Auch in dem Fall habe Laminat-Cup und  die schwarze Mikrofaser via Sprühzeitkleber befestigt. Anschließend konnte ich beide Cups mit dem Oberstoff beziehen. Im fertigen Zustand merke ich zwischen beiden Cups keinen Unterschied. Die extra genähte Mikrofaserlage kann man bei genauem Abtasten noch erfühlen aber nicht so, dass es sichtbar wäre.


Ich hatte mit den anderen Teilnehmerinnen von "unserem "Sewy Kurs eine regen Austausch über die Fragestellung, in wieweit man beim Beziehen des Cups den Oberstoff "spannen" darf so dass dieser weder zu viel Spiel hat (Falten wirft) noch zu straff ist. Dieses Mittelmaß habe ich bisher immer geschafft einzuhalten. Dieses Mal hatte ich, ausgelöst durch die Diskussion, plötzlich Angst vor späteren Falten durch nachträgliches Ausleihern, dass ich wohl nen Tick zu stark den Oberstoff am Laminatcup gezogen habe. Mit dem Resultat, dass sich (leider erst einige Zeit) später, die obere Kante des Laminats nach oben abstand :-( Zu dem Zeitpunkt, war der Cup dann schon an den restlichen BH genäht und selbst wenn ich gewollt hätte, wäre keine Nahtzugabe zum rauslassen mehr dagewesen. Notgedrunken habe ich am oberen Rand eine sichtbare Naht genäht, die den Effekt nun verhindert aber nun habe ich eine Naht wo keine hingehört. Meine Arbeitsmoral sank noch weiter in den Keller. Jeder kleine Vernäher kam mir inzwischen vor wie eine Katastrophe aber ich wusste, wenn ich jetzt nicht die Zähne zusammen beiße und die restlichen Schritte noch durchziehe liegt der BH ewig aufm UFO Stapel und der Schnitt, den ich eigentlich sehr sehr schön finde, würde bei mir im Kopf erst Mal gestrichen. Soweit wollte ich es dann doch nicht kommen lassen.
BH von innen, wie beim letzten Mal mit zusätzlichen Stab am Verschluss

Auf Grund meiner bombenmäßigen Motivation habe ich im Laufe des Nähens ganze vier Nadeln! erfolgreich geschrottet. Die Lebensspanne mancher Nadel war unter 30min : -( So frustriert hat mich schon lange kein Projekt mehr.


Eine Änderung zum Probe-BH habe ich noch gemacht. Die Tunnel für die Stäbe unterhalb der Cups habe ich nicht wie im Schnitt vorgesehen nach dem Annähen des Bügelbands angenäht sondern mit den Bügelband mitgefasst. Beim ersten BH hatte der Stab an der Stelle Spiel. So gefällt es mir besser.

Irgendwann war der BH dann auch wirklich fertig (das ganze Nähdrama ging auch nur einen So Nachmittag) aber ich war mega unglücklich. Der BH sah für mich nach "Sträfling" aus, die vorgenommene Änderung am Cup hat zwar eine Besserung gebracht aber immer noch liegt der BH in der Mitte im oberen Bereich nicht perfekt an, gefühlt waren alle Nähte schief .... *grummel* Selbst das Anprobieren brachte mir keine wirkliche Freude. Es war einfach alles ist doof  mit diesem Projekt. Um wenigstens wieder auf gute Laune zu kommen habe ich mich mit nem Buch in die Wanne gelegt und bisschen Wellness gemacht. Danach ging es mir besser aber Freude über den neuen BH war keine da.

Später am Abend musste Mann noch an "meinen" Laptop - in der Zeit war mir langweilig und ich habe spontan aus dem Stoffrest noch eine Panty "Lady Shorty" (Cloth Habit) zugeschnitten. Gerne hätte ein schwarzes Spitzengummi verwendet, war aber keines da. War mir dann aber auch ziemlich egal. Und dann geschah ein Wunder: Als diese Panty fertig war und ich das Set dann zusammen gesehen habe, war sie da meine Begeisterung. Plötzlich waren alle kaputten Nadeln vergessen, die schiefen Nähte waren dann doch  nicht so schie.


BH:
Schnittmuster: Esplanade Bra (Orange Lingerie)
Material: Oberstoff  + Kurzwarenpaket (Sewy - gekauft im Ladengeschäft), Plastikstäbe + Meterware BH-Schließe (Wien2002)
Änderungen: siehe Blogpost vom letzten Mal + die obere Kante der beiden kurzen Tunnel unter der Brust habe ich gleich in einem Zug mit dem Bügelband angenäht + Alle Tunnel gehen in der Version jeweils bis zur Mitte vom Unterbrustgummi. Die Stäbe unterhalb der Cups wurden unterm Bügelband mitgefasst.
Beim nächsten Mal werde ich am unteren Band am Frame-Übergang-zum-BackBand noch ca. 0,5cm weg nehmen.
Fazit: Ja, das war ein echtes Hin und Her meiner Gefühle mit dem BH. Dafür kann der Schnitt aber überhaupt nichts. Als nächstes nähe ich dann mal eine Spitzenversion. Für mich ist der BH alltagstauglich und nicht nur in Kombination mit Kleidung, welche einen trägerlosen BH erfordern. Der BH trägt sich wirklich sehr gut.

Panty:
Schnittmuster: Ladyshorts von Cloth Habit (gratis Schnittmuster)
Material: Spitzengummi (Euro-band via Dawanda), Reststoff vom BH Sewy, Baumwolljerseyrest (für Zwickel)
Änderungen: Mein Spitzengummi war 1cm breiter als im Schnitt benötigt, deswegen habe ich an allen Kanten, welche mit Spitze "versäubert" wurden, am petrolfarbenen Stoff 1cm weggenommen.
Fazit: Vor ein paar Monaten habe ich den Schnitt das erste Mal genäht und immer noch habe ich keinen Haken daran gefunden. Er ist mein Go-To-Pattern für Pantys aus nicht-Spitzenstoff.

Samstag, 12. August 2017

Hosen und ich: Flint Shorts


Wie kurzem angekündigt, verfolge ich in diesem Jahr auch nochmal das Thema "Hosen". Als Lektion aus dem letzten Jahr allerdings auf dem Fokus von Hosen mit weiterem Bein.

In den letzten Monaten war ich fotografiermäßig öfters unterwegs und habe einen Fotokurs belegt. Für solche Aktionen muss sogar ich zugeben, sind Hosen einfach praktischer. Ich fotografiere gerne aus ungewöhnlicheren Perspektiven z.b. direkt von Boden und wenn man so aufm Boden liegt, ist eine Hose definitiv praktischer als ein Rock. Bei den Gelegenheiten habe ich schmerzlich eine Hose vermisst in der ich mich bewegen kann und mich wohlfühle.


Nachdem die Willow Culottes für mich ein absoluter Reinfall war, habe ich mich an der Flint Shorts von Megan Nielsen versucht.

Das raffinierte an der Hose ist die Möglichkeit diese mit zwei Bändel zuschließen und dass die Hose ohne Reißverschluss auskommt. Der für den Einstieg notwendigen Spielraum versteckt sich in einer der Taschen. Das macht den Schnitt zu einem sehr schnellen Projekt. Auch die Anzahl der Schnittteile hält sich in Grenzen.

Häufig fehlt mir die Motivation solche "langweiligen" Projekte zu nähen aber durch die Instagram- Aktion #denimfashionweek2017 von  mecki_macht, handgeklotzt und bysoneken kam ich auf die Idee mich an einer Jeansshort zu versuchen.

Den Stoff dazu habe ich entweder von der AnNäherung in Bielefeld oder vom Bloggertreffen in Stuttgart (ich sollte mir das echt mal aufschreiben). Das war wohl der Reststoff von jemanden. Zwei kleinere Jeansstücke, zu klein für ne richtige Hose aber für ne Shorts ausreichend.

Bei der Größenfindung war ich froh, dass Kleidermanie das in ihrem Blogpost ausführlich beschrieben hat. Laut Fertigmaßen wäre mir die XS zu klein aber dank der Beschreibung von Nina habe ich mich mutig an die "zu kleine Größe" gewagt und bin jetzt sehr froh, das getan zu haben. Die andere Größe wäre mir zu groß gewesen. Vermute, das ich auch eines der Probleme, welche ich mit der Willow Cullotes habe.

Als Bund wird bei diesem Schnitt ein gerade Streifen verwendet, ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass bei mir ein Formbund wesentlich besser sitzt und war dieses Mal auch wieder sehr misstrauisch. So habe ich alles bis auf die Bund Schnittteile aus dem Jeansstoff zugeschnitten, den Bund aber aus Probestoffe um dort dann die Änderungen machen zu können. Aber ein Wunder ist geschehen und der gerade Bund steht nicht ab und sitzt genauso wie er sollte. Ich war überrascht und habe dann gleich den Bund in Jeans zugeschnitten.

Meine Änderungen halten sich dieses Mal in Grenzen: am Bund habe ich auch die obere Kante abgesteppt, finde dieses gibt dem Bund an der Kante ein bißchen mehr Stabilität und den Saum der eigentlich erst 1cm und dann nochmal 5cm umgeschlagen wird, habe ich nur um 4cm insgesamt umgeschlagen.



Aus Sorge die Hose könnte zu eng werden habe ich den verdeckten Knopf an Bund einen Tick weiter aus als vorgesehen angenäht - mal sehen, ob ich den nicht doch wieder auf den ursprünglichen Platz versetze. 

Die Länge der Hose gefällt mir sehr gut. Im Gegensatz zu der Deer & Doe Shorts fühle ich mich nicht zu nackt. Der raffinierte Verschluss gibt der Hosen das gewisse etwas.


Schnittmuster: Flint Ver. 4 von Megan Nieslen in  XS
Material: leichter Jeansstoff mit leichtem Stretch, G785 Einlage, Knopf (geerbt von Oma)
Änderungen: Bund auch an oberer Kante abgesteppt, Hosenbeine anstatt insgesamt um 6cm nur 4cm umgeschlagen
Fazit:Fühle mich in der Hosen schon wesentlich wohler als in der Willow Cullotes. Ich will mir unbedingt noch eine lange Version davon nähen.

Donnerstag, 10. August 2017

Hosen und ich: Winslow Cullottes

Eigentlich war ich monatelang nur mit den Projekten für die anstehende Hochzeit meiner Schwester beschäftigt. Zur Entspannung hatte ich mir zwischendrin ein schnelles Projekt gegönnt - zum dann darüber bloggen hat dann aber die Zeit gefehlt.

Warum auch immer verspürte ich eine unbändige Lust, mir eine Shorts/Overall/Jumpsuit zu nähen. Da die beiden letzteren eher große Projekt waren, habe ich mich erst Mal an ein kleines Projekt gemacht - schließlich hatte die Hochzeit Vorrang, aber ich wollte so gerne was für mich machen. Das "Nähen für Andere" (und besonders über einen so langen Zeitraum) ist echt nichts für mich. Immer warten auf Anproben, Rückfragen, etc. 

Während des MeMadeMays habe ich dieses Jahr tolle Versionen der Flint-Hose von Megan Nielsen gesehen, so eine wollte ich haben. Der Schnitt war schnell besorgt, aber an einem langen Wochenende ohne Möglichkeit, den A0-Schnitt zu plotten, ging es da nicht weiter. Der A4-Schnitt hat über 50 Seiten ohne Angabe, welche Seiten für die kurze Variante benötigt werden bzw. auch keine Klebeübersicht über die Seiten (da hätte ich es ja selbst kontrollieren können).

Meine Alternative war die Winslow Culottes (Patterntester Übersicht) von Helen´s Closet. Bei dem Schnitt, dieser kam vor ein paar Monaten raus, war es Liebe auf den ersten Blick, nur mit der Motivation war es nicht so weit her. Jetzt musste schnell ein Schnitt her und da ist mir dieser wieder eingefallen. Bei Helen gibt es sowohl einen Schnittplan als auch eine Information, für welche Variante man welche Seite ausdrucken muss, und obendrein noch die Möglichkeit, die nicht benötigten Größen auszublenden - yeah. Besser kann man es nicht machen. Die A0-Datei ist auch dabei.

Die Anleitung an sich ist auch sehr gut aufgemacht, keine Fotos, sondern gut gemachte Grafiken. Zusätzlich gibt es noch einen Winslow Culottes Sew Along.

Hosen und ich sind ja generell ein Thema. Die Erkenntnis vom letzten Jahr war, dass ich mich in Jeans bzw. engen Hosen nicht wohlfühle. Somit trage ich diese sehr ungern. Das funktioniert mit weiteren Hosen, wie meinem Jumpsuit, schon viel viel besser. Deswegen war ich sehr gespannt, wie ich mich in dem Hosenrock fühlen würde. Ich habe bereits 2013 einen sommerlichen Hosenrock genäht. Dieser ist aber zu groß (sitzt nicht in der Taille), das Material gefällt mir nicht mehr und die Farbe ist für mich schwer kombinierbar.

Das Nähen der Winslow Culottes ging super schnell. Ich habe die Hose inkl. der Papierschnitt-Klebe-Orgie an zwei Abenden nach der Arbeit erledigt.



Aber mit dem guten Tragegefühl ist es nicht weit her. Den Stoff hatte ich irgendwann mal bei einem Bloggertreffen gekauft, aber inzwischen weiß ich, die Farbe, dieses hellere mellierte Braun, ist einfach nicht meins, aber es war der einzige taugliche Stoff für eine tragbare Probe. Immerhin bin ich froh, dass ich keinen teuren Stoff genommen habe. Am Bund sitzt es doch etwas locker und ich denke, ich könnte beim nächsten Mal noch eine Größe runter. Ich mag es, wenn Kleidungsstücke in der Taille anliegen, und dieses rutscht ein bisschen runter. So schlimm, dass ich den Bund noch mal abtrenne und die Falten noch mal tiefer lege, ist es aber nicht.

Nach ein paar Wochen ist mir klar, dass aus dieser Hose und mir nichts wird. Die Farbe und die wahrscheinlich falsche Größe führen dazu, dass ich mich darin nicht wohlfühle. Als Notfallhose, die dreckig werden darf, etwa bei Fotoshootings hinter der Kamera, gehts z.B.

Schnitt: Winslow Culottes von Helen´s Closet Version A
Material: leichter Baumwoll-Poly-Mischung (aus meinem tragbare-Probestoffe-Vorrat), Einlage für den Bund und Reißverschluss, nahtverdeckter Reißverschluss.
Änderungen: am Schnitt keine. Hatte keinen 22cm nahtverdeckten Reißverschluss, habe einen 20cm langen genommen - ging auch.
Fazit: Ähhh ja, ich nenne es das "Ding". Liebe sieht anders aus. An anderen mag ich diese Hosenrock-Optik. An mir bisher eher weniger, aber es könnte auch an der für mich untypischen Farbwahl liegen. Denke, in einem Chambray würde mich mich wohler fühlen.
Falls es ein nächstes Mal gibt: anderer Stoff, aber mit ähnlichem Fall, sowie nochmal den Bund messen und dann wegen Größe entscheiden 

Ps: diese Leinenvariante des Schnitts finde ich super. Vielleicht brauche ich auch mal eine lange Variante.

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