Donnerstag, 31. Dezember 2015

12-Tops-Challenge: Der letzte Monat

Mein Dezember Oberteil
Heute ist leider schon der letzte Tag der wunderbaren 12-Tops-Challenge von Santa Lucia Patterns. Es ging darum, dass jeden Monat ein neues Oberteil genäht wird. Dieser schöne Sew-Along mit mich nun das ganze Jahr über begleitet. Teilweise wusste ich schon am Monatsanfang, was ich nähen würde, teilweise war ich auf dem letzten Drücker, aber bis auf einen Monat war ich jeden Monat mit viel Freude dabei.

Am Anfang des Jahres hatte ich mir einige schon lange angehimmelte Oberteilschnitte rausgesucht, etliche davon konnte ich im vergangenen Jahr angehen. Ein paar haben es verdient, da ich diese schon lange mal nähen wollte, eines hat sich als für mich nicht geeignet erwiesen, aber durch die Aktion konnte ich die endlich von meiner "Noch-unbedingt-zu-nähen"-Liste streichen - mehr Platz für andere Schnitte.

Nettie Body und Hollyburn Rock
Bevor ich Euch einen Überblick über mein "12-Tops-Challenge"-Jahr gebe, noch kurz zum Dezember-Oberteil. Hatte mir erst überlegt, ob ich mir einen neuen Schnitt aussuchen soll, aber dann gedacht, wie kann ich ein Jahr besser beenden, als mit dem Schnitt, der bei mir zur Zeit rauf und runter getragen wird ... dem Nettie Body-Schnitt von ClosetCaseFiles. Von dem Schnitt habe ich inzwischen schon vier Versionen (Version 1 sowie 2 - 4). Das Dezember-Oberteil ist Variante Nr. 5, angepasst an die Jahreszeit mit langen Ärmeln.

Wie man sieht fehlt ein Stück
Den Stoff habe ich beim Bloggertreffen in Bielefeld bei Stoff und Stil entdeckt. Leider habe ich dort nur 80cm gekauft und da hat das lange hintere Schnittteil nicht ganz drauf gepasst, das musste ich im Schrittteil leider stückeln, aber da unten sieht es ja keiner.
Dass ich das Schrittteil einen Tick schmaler machen wollte, ist mir aber leider erst zu spät wieder eingefallen. Naja, dann eben beim nächsten Mal.
Beim Zuschneiden ist mir ein kleiner Fauxpas unterlaufen. Statt für links und für rechts habe ich beide Ärmel für die gleiche Seite gemacht. Dank Stoffknappheit konnte ich keinen neuen zuschneiden, so musste ich den falschen auch verwenden und annähen. Aber am fertigen Body sieht man davon nichts. Puh, Glück gehabt. :)

Zu meiner eigenen Verwunderung habe ich in dem Farbton bisher noch nichts im Kleiderschrank. Mal sehen, ob ich da im nächsten Jahr noch was passendes produzieren kann. Immer nur einen Rock dazu ist auf Dauer auch etwas langweilig.

Schnitt: Nettie von Closet Case Files, Variante mit Scoop Front und High Back
Material: Viskosejersey von S+S, Baumwolle, Druckknöpfe, durchsichtiges Framiltonband
Änderungen: Ärmel gekürzt, Rückenteil anstatt Bruch mit Mittelnaht.
Fazit: Zusammen mit dem Hollyburn-Schnitt ist das mein Lieblingsschnitt des Jahres.

Weitere Infos zum Rock gibt es in dem Hollyburn Post.

Nun aber zu meinem 12-Tops-Challenge-Jahresrückblick. Ich bin positiv überrascht, dass ich es geschafft habe, bei der langen Aktion so gut am Ball zu bleiben. Das Gute war, dass ich mir in der Regel einfache Schnitte rausgesucht habe. Schließlich wollte ich gut kombinierbare Oberteil nähen und nicht noch mehr "Einzelstücke".

Anmerkung: Aus Platzgründen gibts die Fotos im Miniaturformat  - anklicken und diese werden größer

Januar - Donna Karan
Im Januar habe ich mich an einen schon lange gehüteten Donna Karan-Schnitt gewagt, mit dem Resultat, dass ich den Schnitt nicht mehr nähen werde. Das Oberteil in der für mich ungewohnten Farbkombination Olivgrün und Dunkelblau trage ich eher unregelmäßig und dann nur, "weil grad nichts anders passt". Auch in einer anderen Farbkombination wären wir wahrscheinlich keine Freunde - die kreativ schräg nach hinten auf den Rücken verlegte Seitennaht irritiert sowohl mich als auch Nicht-Nähende, es fühlt sich an und sieht so aus, als wäre die Seitennaht verrutscht.

Februar - Onion
Im Februar habe ich das erste Mal einen Onion-Schnitt ausprobiert. Ich habe kein Wort der dänischen Anleitung verstanden, dennoch ist das Oberteil was geworden. Leider hat sich der Stoff als nicht so geeignet erwiesen. Den nur in eine Richtung dehnbaren Jersey hatte ich vor Ewigkeiten vom Karstadt und war eigentlich kurz vorm Aussortieren, dachte er wäre gut für das Projekt. Jetzt darf ich halt immer zuppeln. Für die Fake-Knopfleiste habe ich zwei von meiner Oma geerbte Knöpfe mit eingesetztem Glitzerstein verwendet. Leider hat sich inzwischen einer der beiden Steine verabschiedet und ich müsste die Knöpfe austauschen.

März - Vogue
Im März stand mir der Sinn nach einem Oberteil aus Webstoff und so habe ich einen meiner Vogue-Blusenschnitte ausprobiert. Blusen waren für mich eigentlich kein Thema, hatte das Gefühl, das passt nicht zu mir. Positiv bestärkt durch den Stoffwechsel und dem Vorschlag von Frau Nahtzugabe, bei dem ich mich an eine Deer&Doe-Bluse gewagt habe, wollte ich mein Glück noch mal versuchen. Das war leider nicht so erfolgreich. Was sowohl an der Schnittauswahl als auch an meiner Stoffwahl lag. Der von mir ausgesuchte Stoff war einen Tick zu fest für eine Bluse, ein leicht weicher Fall wäre besser gewesen. Die Bluse fühlt sich irgendwie komisch an und weil ich damals beim Probeteil den Kragen nicht angenäht hatte, ist mir nicht rechtzeitig aufgefallen, dass der zu weit vom Hals weg war. Am fertigen Stück stört es mich jetzt. Den Schnitt werde ich wahrscheinlich nicht mehr nähen, habe noch etliche andere vielversprechendere Blusenschnitte.

April - Ottobre
Im April habe ich dann ergänzend zu der März-Bluse noch ein Untendruntertop genäht, da die Bluse je nach Blickwinkel Einblicke gewährt hat. Die Blusenpaspel hatte ich aus blau-weiß gepunktetem Stoff selber gemacht und von dem war noch etlicher Stoff übrig. Aus den Resten habe ich mir ein Trägertop aus der Ottobre genäht. Im Nachhinein ärgere ich mich ein bisschen, dass ich keine richtigen Stoffträger gemacht habe, sondern nur BH-Trägergummi verwendet habe, so ist das Top leider dazu bestimmt, ein Untendrunter-Top zu bleiben. Vielleicht kann ich mich irgendwann mal aufraffen und noch richtige Träger dran machen, dann wäre das Oberteil ein tolles Sommerteil.

Mai - Schnittquelle
Im Mai war ich sogar mit 2,5 Tops am Start. Woher ich die Zeit dazu hatte, kann ich mir jetzt nicht mehr erklären.
Zum Einen habe ich einen Schnittquelle-Schnitt ausprobiert. Das ärmellose Oberteil hat raffiniert verdrehte Träger. Auch dieses Shirt konnte ich komplett aus Reststoffen nähen. Beim Schreiben dieses Posts fällt mir auf, wie eifrig ich dieses Jahr Stoff abgebaut habe. Ist mir gar nicht so bewusst gewesen. Mit dem Shirt bzw. dem Schnitt bin ich nicht so warm geworden. Durch meine maritime Stoffauswahl (Streifen und Anker) lässt sich das Oberteil nicht gut kombinieren. Vielleicht probiere ich den Schnitt mal in einem Unistoff.

Mai - Burda
Zum Anderen habe ich ein schlichtes türkises langärmeliges T-Shirt genäht, welches noch bedruckt wurde. Post dazu kommt demnächst. Der Schnitt war ein schnödes Burda-T-Shirt-Schnittmuster. Für ein noch zu bedruckendes Shirt eine sichere Bank. Den Stoff habe ich bei meinem Berlinbesuch bei Frau Tulpe mitgenommen, es ist ein etwas dickerer butterweicher Jersey.
Mai - Vogue
Der dritte angefangene Schnitt war wieder ein Vogue-Schnitt. Den habe ich aus Probestoffen genäht und hatte gleich das Gefühl, wir beide passen nicht zusammen. Die raffinierten Fledermaus-Tulpen-Ärmel sahen an mir nach nichts aus und auch die Kommentatorinnen waren der Meinung, das wird nichts. Das halbfertige Shirt wurde entsorgt.

Juni - Schnittquelle
Irgendwas hat mich im Juni geritten und ich habe gleich drei langärmelige Boleros genäht. Das härteste waren die Fotos, welche bei gefühlten 40°C entstanden sind. Sobald es dann wieder kühler war, war ich sehr froh, dass ich die Boleros griffbereit hatte. Der Schnitt ist "Aachen" von Schnittquelle. Der für mich perfekte Schnitt in Kombination mit meinen auf Taille geschnittenen Kleidern. In meiner Sammlung fehlen noch eine creme/beige sowie dunkelblaue Variante, da warte ich noch auf den passenden Romanitstoff.

Juli - Schnittquelle
Im Juli stand mir der Sinn nach einem grünen Standardoberteil passend zu meinem ersten heiß geliebten Hollyburn-Rock. Der Schnitt sollte sich gut kombinieren lassen, aber auch kein zu langweiliger Schnitt sein. Meine Wahl fiel auf China von Schnittquelle. Der Schnitt hat das Problem, dass die vordere Kante gerne nach vorne klappt. Bei meiner Variante habe ich vorne im Oberteil Stoff weggenommen, um mehr "Spannung" zu erzeugen, das war zwar besser als bei meinen anderen China-Pullis, aber noch nicht optimal. Beim nächsten Mal probiere ich es mit Framiltonband.

August - Deer &Doe
nicht fertig
Nun zu meinem gescheiterten Monat, dem August. Motiviert durch meine neue Liebe zu Blusen wollte ich mir eine schlichte Prinzessnahtbluse nach einem Deer & Doe-Schnitt nähen. Schon beim Probeoberteil waren viele Änderungen notwendig. Am schlimmsten war aber der Ärmel - wie bei anderen, die den Schnitt genäht haben, konnte ich meine Arme fast nicht heben. Jedoch war mein Versuch, "einfach" den Ärmel und das Armloch auszutauschen, nicht so erfolgreich. Zusätzlich kam ich noch auf die Idee, dass ich alle Nähte als Kappnähte nähen wollte - "super" Idee. Im Endeffekt, als die Bluse bis auf die Seitennaht, Saum und Ärmelkappnähte fertig war, habe ich bemerkt, dass ich meinen schon vor ein paar Monaten gemachten "Probeteil-ohne-Kragen-nähen-Fehler" schon wieder gemacht habe und ich eine Bluse mit viel zu großem Ausschnitt genäht hatte. Das gefiel mir gar nicht, und so wurde die Bluse ein UFO und wartet auf die Entsorgung. Sehr schade um den beim Bloggertreffen Stuttgart ergatterten Stoff. Ein kleines Stückchen habe ich noch übrig.

September -
Onion
Die Pleite hing mir noch ne Weile nach und so wollte ich im September lieber eine sichere Bank nähen und habe Version 2 des Februar Tops genäht. Der Stoff war das Reststück vom Juli-Oberteil. Ein sehr weicher aber nicht zu dünner Jersey, leider weiß ich nicht mehr, von welchem Nadelwelt-Stand ich den Stoff gekauft habe. Bei dieser Version habe ich die Knöpfe im Ausschnitt weggelassen. Gefällt mir so auch sehr gut.

Oktober -
ClosetCaseFiles
Im Oktober habe ich mich an den von mir schon lange angehimmelten Nettie-Bodyschnitt von ClosetCaseFiles gewagt. Warum nur habe ich den Schnitt so lange nicht genäht? Dieser ist der ideale Begleiter zu meinen in der Taille sitzenden Röcken. Bei diesen trage ich das Shirt immer reingestopft und habe mich viel zu lange über ständig rausrutschende Shirts geärgert. Dank Nettie ist damit jetzt Schluss, alles bleibt an seinem Platz und wird schön warm gehalten. Inzwischen habe ich sechs Netties (Tendenz weiter steigend). Den Stoff für meine erste Nettie habe ich in meinem Wien-Urlaub dieses Jahr bei einem Treffen mit Jenny (Sanduhrdesign) gekauft.

November - Burda
Normalerweise hatte ich bei dieser Aktion immer zuerst den Schnitt und habe dann den Stoff dazu ausgesucht. Im November war´s andersrum. Der Stoff, ein leichter sehr dehnbarer Strickstoff, schon 2014 in Stockholm gekauft, wollte endlich mal verarbeitet werden. Lange habe ich überlegt, was man aus so einem Stoff wohl nähen könnte. Oberteil oder Kleid kämen nicht in Frage, der Stoff wäre viel zu dünn und dehnbar gewesen. Dann fiel mir ein älterer taillenlanger Burda-Wickeljackenschnitt in die Hände. Beim Nähen war ich äußerst misstrauisch, ob das was wird. Die Wickelbänder sind 20cm breit und fast 3m lang, das erschien mir doch etwas zu viel des Guten. In Fertig hatte ich nix zu meckern und trage die Jacke sehr gerne und sie lässt sich super kombinieren. Stoff für eine weitere Variante liegt schon bereit.


Mir hat das vergangene Jahr sehr viel Spaß gemacht und gleichzeitig konnte ich effektiv meine schon lange bestehende Oberteilschwäche bekämpfen. Ohne die tolle Unterstützung des Sew-Alongs hätte ich das nicht geschafft. Vielen Dank an Santa Lucia Patterns für die monatliche Motivation.

Die anderen bestimmt ebenso stolzen Sew-Along-Teilnehmerinnen versammeln sich bei Santa Lucia Patterns aufm Blog.

Muriel

Mittwoch, 23. Dezember 2015

MeMadeMittwoch: Letzter Auftritt des Weihnachtskleids 2013

Schweren Herzens wird das Kleid aussortiert
Upps, schon wieder der letzte MeMadeMittwoch im Jahr. Wie schnell dieses Jahr rum ging, kaum zu glauben.

Heute trage ich zum letzten Mal mein Weihnachtskleid von 2013. An dem Kleid hängt einiges an Geschichte, den japanischen Stoff mit Sternen und Ankern habe ich damals in einem kleinen Kölner Laden entdeckt und mich gleich verliebt. Während dem 2013er Sew-Along hatte sich dann schnell rausgestellt, dass der Stoff für das geplante Kleid mit ausgestelltem Rock nicht mal annährend ausreicht. Auch konnte ich weder die Ladenbesitzerin erreichen, noch fand ich online mehr von dem Stoff. So musste ich meine Pläne ändern und es wurde ein U-Boot-Ausschnitt-Kleid mit Bleistiftrock und 3/4-Ärmeln.

Dieses Jahr habe ich das Kleid nur ein paar Mal getragen, irgendwie fühle ich mich darin nicht mehr so wohl. Heute war mein letzter Versuch. Im Brustbereich ist das Oberteil inzwischen recht eng, die Abnäher sind zu lang, der Rock hat hinten einen Schlitz und inzwischen weiß ich, dass bei mir und meiner gewünschten Bleistiftrocklänge ein Schlitz nicht notwendig ist und ich mich damit auch nicht wohl fühle.
Meinen aus dem Schnitt entstandenen Standardbleistiftrockschnitt habe ich inzwischen sieben Mal genäht, dieser ist einen Tick ausgestellter und funktioniert so auch ohne Schlitz.

Das Kleid ist mit rotem Futter gefüttert, leider hat dieses - oder vielleicht auch die roten Paspeln - dafür gesorgt, dass mit jeder Wäsche die eigentlich weißen Sterne und Anker etwas rosaner geworden sind. Auch dieses "Rettungs"waschpulver hat nur eine kleine Verbesserung gebracht.
Alles in allem ist es somit Zeit, dass das Kleid in Rente geht.
Schnitt:
Oberteil - Burda 122 (06/2011)
Rock: - den bereits zweifach erprobten Burda-Schnitt Burda 133 06/2010 (hier und hier)
Material: Kokka-Baumwollstoff, Paspel und Gürtel aus rot-weiß gepunktetem Baumwollstoff, auch wieder ein Japaner, rotes Futter, nahtverdeckter Reißverschluss.
Änderungen:
Oberteil - zwei cm schmäler gemacht. Abnäher verlängert. Oberteil gekürzt. Ausschnitt und Ärmel mit Paspeln. Komplett gefüttert.
Rock - Abnäher verlegt, so dass diese zu den oberen Abnähern passen. Rockteil nach unten hin schmäler gemacht. Hinten einen Schlitz für mehr Bewegungsfreiheit hinzugefügt.
Fazit: Der Schnitt gefällt mir super und ich bin mir sicher, dass ich diese Schnittkombination noch für andere Kleider verwenden werde.

Die andern MeMadeMittwoch-Teilnehmerinnen treffen sich heute auf dem MMM-Blog, dort zeigt Lucy (Nahtzugabe.de) heute ihre neue Strickjacke.

Vielen Dank an die MeMadeMittwoch-Crew für ihre hervorragende und sicherlich auch sehr zeitraubende Arbeit für den MeMadeMittwoch-Blog. Ihr seit fantastisch!

Heute ist mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr und ich freue mich jetzt sehr auf zwei Wochen Urlaub.

Muriel

Dienstag, 22. Dezember 2015

Weihnachtskleid Sew Along Teil 5/Finale: Ich habs geschafft

Oma-Gedenk-Kleid
Variante A aus dem dunkelroten Stoff im Hintergrund
Es ist vollbracht, auf dem MeMadeMittwoch Blog versammeln sich noch bis heute Abend die Weihnachtskleid-Sew-Along-Teilnehmerinnen. Bin schon ganz gespannt auf die vielen schönen Weihnachtsoutfits.

Mein Plan war ein Oma-Gedenkkleid, genäht nach einem ihrer Schnittmuster und auf ihrer Nähmaschine. Dieses Jahr ist das erste Jahr, in dem sie nicht mehr bei uns ist. Weihnachten bei Oma mit der ganzen Familie war bisher eine schöne Konstante in meinem Leben.

In den vorherigen Posts (Links siehe unten) zu dem Kleid habe ich ja hauptsächlich das Probekleid 1 und 2 gezeigt. Die Probekleider hatte ich auf meiner normalen Nähmaschine genäht, beim richtigen habe ich mich dann an die geerbte Oma-Nähmaschine gesetzt. Die Dürkopp aus den 60er Jahren passt perfekt zu dem 60er Jahre-Schnitt.

Beim Nähen war ich positiv überrascht, wie gut ich mit der "alten" Technik zurecht gekommen bin. Hätte mit wesentlich mehr "Herausforderungen" gerechnet. Einzig den Rollsaum am Futter habe ich auf meiner modernen Nähmaschine genäht. Der flutschige Stoff wollte sich partout nicht rollsäumen lassen.

mein 2015er Weihnachtskleid
Den nahtverdeckten Reißverschluss habe ich mit dem Paspelfuß eingenäht, das hat gleich beim ersten Versuch super geklappt. Beschwingt durch diesen Erfolg wollte ich den Fuß auch für das Annähen des Futters an den Reißverschluss nehmen, hätte ich wohl lieber gelassen. Selbst, als ich die äußerste Nadelposition (drei gabs zur Auswahl) genommen habe, wurde das Futter extrem nah an die Reißverschlusszähnchen genäht. 
Der erste Versuch, den testweise geschlossenen Reißverschluss wieder zu öffnen bescherte mir leider ein kleines Loch im Futter. Daraufhin habe ich das Kleid missmutig erst mal in die Ecke verbannt. Am nächsten Tag hatte ich mich dann wieder aufgerafft (Dank Sew-Along-Druck), die Naht teilweise aufgetrennt, Loch mit Futterrest und Vlisofix (also dieses doppelseitige Klebevlies) gestopft und dieses Mal mit dem normalen Reißverschlussfuß das Futter angenäht und siehe da - keine Probleme mehr.

Die gute alte Nähmaschine meiner Oma
Generell lässt sich sagen, dass sich die Nähmaschine sehr gut eignet, um feste bzw. etwas dickere Materialien zu nähen. Futter nähen war sehr grenzwertig, da sich das Futter - sobald die Nadel beim Nähen in der oberen Position war - quasi frei unter dem Füßchen bewegen konnte (Füßchendruck in dem Moment = 0). Wenn der Stoff etwas dicker ist, wird dieser die ganze Zeit gut gehalten.

Das Kleid ist komplett gefüttert. An den Ärmeln habe ich das Futter mit der Sewaholic-Minoru-Technik (Siehe Bild Nr. 4) angenäht. Der Tipp ist echt klasse und spart mir das bisherige händische Annähen des Ärmelfutters.


Bei mir kommt eigentlich kein Schnitt ohne Paspeln aus, und so wurde der Ausschnitt und die Ärmelsäume bepaspelt. Zunächst hatte ich mir überlegt, ob ich auch die Prinzessnähte mit Paspeln nähe, war mir aber dann doch etwas zu viel des Guten.

Bei den Taschen, welche für heutige Verhältnisse winzige Taschenbeutel hatten, habe ich jeweils noch etwas hinzugegeben, jetzt passen auch Smartphone und Firmenzugangschip rein.

Bis auf das Futter und den nahtverdeckten Reißverschluss hatte ich alle Materialien im Haus. 

Alles im Allem bin ich positiv überrascht, wie gut diese Kleidform mit den Prinzessnähten zum Armloch und dem relativ hohem Ausschnitt zu mir passt.

Schnittmuster: Burda Studio-Schnitt 20539 (Erbstück) Ver. A abgewandelt.
Material: Baumwollleinen, Futter, nahtverdeckter Reißverschluss, Paspel, Vlisofix (Futterloch stopfen)
Änderungen: Ärmel + Armloch gegen moderne Burda Ärmel getauscht (siehe unten Link zu Teil 2), Ausschnitt ohne Kragen und weiter ausgeschnitten, Ärmel 3/4 Länge, Taschenbeutel einen Tick vergrößert
Fazit: Obwohl das Kleid für meine Verhältnisse ultra schlicht ist, fühle ich mich in dem Kleid sehr wohl. Den Schnitt nähe ich bestimmt nochmal, jedoch aus einem knitterärmeren Stoff.

Anmerkung: Das Kleid war eigentlich frisch gebügelt. Das ist das "tolle" an Leinenstoffen, die knittern in dem Moment wo man das Bügeleisen hoch hebt.

Für die Bilder habe ich meine geliebten Pumps der rauen Natur ausgesetzt. Zum Glück hab ich erst hinterher gesehen, wie tief ich eingesunken war. Arme Schuhe aber was tut Frau nicht alles für schöne Weihnachtskleidbilder.



Die anderen Weihnachstkleid-Näherinnen findet ihr auf dem Blog der MeMadeMittwoch-Blog. Dort läuft auch noch die diesjährige Spendenaktion. Ich finde die Crew hat sich ein tolles Projekt zum Unterstützen herausgesucht.

Vielen Dank an die Crew für diesen schönen Sew-Along. Ohne Euch hätte ich jetzt nicht so eine schöne Erinnerung an meine Oma.

Vielen Dank auch an Sewing Galaxy und minimale extravaganz für die tolle Unterstützung bei den Probekleidern.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil 4: 6 Tage vorm Finale wird endlich zugeschnitten

Oma-Gedenk-Kleid
Variante A aus dem dunkelroten Stoff im Hintergrund
mit evtl. anderem Ausschnitt, anderen Ärmeln und die
Taschen stehen auch zur Diskussion.
Am Sonntag steht schon das Finale des Weihnachtskleid-Sew-Alongs an. Diese schöne jährliche Aktion wird auch in diesem Jahr wieder durch die MeMadeMittwochCrew "angeführt".

Mein Projekt ist ein Oma-Gedenk-Kleid, genäht auf ihrer Nähmaschine und nach einem von ihr geerbten Schnitt.

Nachdem ich die letzten drei Treffen im Probekleid-Stadium verbracht habe (insgesamt gab es 2 Probekleider), ist der Schnitt inzwischen so angepasst, dass ich endlich zuschneiden konnte.

An dem letzten Probekleid habe ich noch ein paar Punkte verbessert:
  • Armausschnitt weiter in Richtung Schulter verschoben
  • Taschenbeutel vergrößert
  • Rocksaum, welcher hinten kürzer war als vorne, auf eine Länge gebracht
  • die Seitennaht ist im unteren Bereich nach hinten gekippt (siehe Fotos im Post vom letzten Probekleid). Mittels eines Lots habe ich eine gerade Linie eingezeichnet und das hintere sowie vordere Schnittteil dementsprechend angepasst. 
  • der eher hoch geschlossen Ausschnitt wurde Freischnauze durch Mann etwas weiter eingezeichnet (vorne und hinten). Meine Versuche, das im liegenden Zustand selbst zu machen, haben nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Im angezogenen Zustand war´s viel leichter.
  • Beim ersten letzten Treffen bereits geändert: Armaussschnitt und Ärmel gegen einen "modernen" Ärmel getauscht, vordere Prinzessnähte noch einen Tick rausgelassen.
Nähmaschine mit Kölner-Dom-Stecknadelkissen
und vorbereitete Taschenklappen (in echt ist die Kontrastabsteppung gerade)
Während ich das Probekleid noch komplett an meiner normalen Nähmaschine (Gritzner 6152) genäht habe, nähe ich das eigentliche Kleid an der 60er-Jahre-Nähmaschine meiner Oma.
Die gute Dürkopp hat damals sehr viel Geld gekostet und meine Oma war sehr stolz darauf. Früher konnte die auch (rudimentär) sticken, die Funktion ist aber schon etliche Jahre defekt. An Stichen kann die Nähmaschine Geradstich und Zickzack. Für dieses Projekt also vollkommen ausreichend. Der Fuß für den nahtverdecken Reißverschluss und ein Paspelfuß sind auch vorhanden. Es könnte also klappen, dass ich das ganze Projekt auf der alten Lady nähe.

Futterkleid auf Puppe (Puppe hat nicht meine Maße)
und Schulterabnäher (hinten)
Inzwischen ist das Futterkleid bis auf die Rückennaht fertig. Den dünnen Futterstoff auf der Nähmaschine zu nähen war ganz schön tricky, da der Stoff, wenn die Nadel und der Fuß beim Nähen nach oben gehen, doch recht ordentliches Spiel hat und versucht, nach links/rechts zu flüchten. Super gerade sind die Nähte deswegen nicht geworden aber es ist noch im vertretbaren Rahmen. Auch das Ärmel einnähen ging relativ gut.

Der Oberstoff ist auch schon zugeschnitten und alle Abnäher sind genäht. Es muss also nur noch zusammengenäht werden. Durch die beiden Probekleider habe ich den Schnitt schon zweimal genäht, da sollte das dritte Mal eigentlich recht fix gehen.

Bin noch am überlegen, ob ich die vordere Prinzessnaht auch noch mit dem Kontrastgarn absteppe, wie bei den Taschenklappen. An den Ausschnitt und die 3/4-Ärmel kommen noch dunkelblaue Paspeln.

Alles in allem sollte ich mit dem Kleid bis zum Finale fertig werden.

Die anderen fleißigen Weihnachtskleid-Sew-Along-Teilnehmerinnen findet ihr auf dem MeMadeMittwoch-Blog.

Muriel

Dienstag, 8. Dezember 2015

Weihnachtskleid Teil 3: Immer noch im Probekleidstadium

Oma-Gedenk-Kleid
Variante A aus dem dunkelroten Stoff im Hintergrund
mit evtl. anderem Ausschnitt, anderen Ärmeln und die
Taschen stehen auch zur Diskussion.
Dieses Jahr nähe ich mir als Weihnachtskleid ein Oma-Gedenk-Kleid, nach einem von ihr geerbten Schnitt. Schade, dass ich den Schnitt nicht schon vor ihrem Tod bekommen habe. Sie hätte mir bestimmt mehr zu dem Schnitt und für wen sie diesen damals genäht hat erzählen können.

Während das Probekleid vom Prinzip gut gepasst hat, waren die Ärmel eine Katastrophe, an Arme heben war gar nicht zu denken.

Praktischerweise gab es dieses Jahr in einer Ausgabe vom Threads Magazine eine Anleitung, wie man einen Ärmel von einem anderen Schnitt übernimmt. Hatte das schon mal "einfach so" probiert und bin damit erfolgreich gescheitert.

Von der Threads-Anleitung (Ausgabe 180 Sept15 "Mixing Patterns") hatte ich mir mehr erhofft. Leider stockte ich ab Punkt 2. An dem sollte man "irgendwo" zwischen Brustpunkt und Armausschnitt eine horizontale Linie einzeichnen. Das "irgendwo" stellte sich aber bald als Problem raus und ohne das Händchen halten von Fr. minimale extravaganz hätte das bestimmt nicht geklappt. So habe ich dann eine Mischung aus der Threads-Anleitung und unseren Ideen gemacht. Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich angestellt habe oder ob bei der Anleitung einfach Infos fehlen. Falls es zweiteres ist, hätte ich das von Threads nicht erwartet, denn gerade die technischen Anleitungen gefallen mir an dem Magazin. Verwendet habe ich einen "modernen" Burdaärmel + das dazugehörige Armloch von diesem Schnitt.

Probekleid Nr. 2
Noch geplante Änderungen:
Ärmelposition, die sind noch zu weit außen. Von mir aus gesehen rechts habe ich den Ärmel probeweise höher gesteckt. Jetzt gibts am obereren Rücken in Armnähe zu viel Stoff, muss schauen ob das am Abstecken liegt, oder ich da noch was ändern muss.
Saum ist hinten kürzer als vorne, der wird noch verlängert. Außerdem kippt die Seitennaht im unteren Teil (siehe mittleres Bild) stark nach hinten. Dank der netten Beratung von Sewing Galaxy habe ich den Tipp bekommen, dort die Nahtzugabe rauszulassen, damit die Seitennaht wieder gerade ist.

Bei den Taschen habe ich mich für Variante A entschieden. Der damals verwendete Taschenbeutel ist dermaßen winzig, da passt gerade mal ein einzelnes, in der Hälfte gefaltetes Taschentuch rein. An Zugangschip (Firma), Schlüssel oder Handy gar nicht zu denken. Der Taschenbeutel wird definitiv vergrößert.

Bei dem Ausschnitt bin ich mir noch nicht sicher, der im Schnitt vorgesehene eckige Bubikragen wird es wohl eher nicht werden, aber ein normaler "moderner" Ausschnitt kommt mir auch irgendwie falsch vor. Kleidermanie zeigt immer wieder Bilder aus alten Burdas (z.B. Burda 1968 oder 1964) - vielleicht finde ich dort einen passenden Ausschnitt.

Wenn ich dann irgendwann mal mit dem Probekleid fertig bin, kann ich dann hoffentlich mit dem richtigen Kleid anfangen.

Auf dem MeMadeMittwoch Blog zeigt Mo.ni.Kate, wie weit sie schon ist, das sieht bereits nach einem richtigen Kleid aus. Dort findet ihr auch die anderen Teilnehmerinnen.

Muriel

ps. die Socken sind nach dem Schnitt "Ringelprinzessin" genäht.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

12-Tops-Challenge: Auf der Zielgeraden

Es ist schon Dezember, dieses Jahr ging rasend schnell vorbei. Zum vorletzten Mal treffen sich die 12-Tops-Teilnehmerinnen bei Santa Lucia und zeigen ihr November-Oberteil.

Ich freue mich ja schon auf die Auswertung im nächsten Monat. Ob es da was offizielles gibt, weiß ich nicht, aber ich werde eine Übersicht von meinen 12 Tops zeigen.

Für mein November-Teil habe ich ein von mir schon lange angehimmeltes Oberteil aus einer 2012er Burda genäht. Ein Wickeloberteil mit extra langem und 20cm breiten Bindeband. Was mir besonders an dem Schnitt gefällt, ist, dass dieser relativ kurz ist und in der Taille gebunden wird. So kann man ideal Taillenröcke dazu tragen. Wickeljäckchen, die länger sind und über den Rockbund reichen, sprechen mich (zur Zeit) gar nicht an.

Als Stoff habe ich einen Urlaubsmitbringselstoff aus Stockholm, einen blau melierten Strickstoff, verwendet. Der Stoff ist extrem dehnbar, das hat das Nähen nicht gerade leicht gemacht. Jetzt weiß ich wieder, warum ich so gerne Webstoff vernähe. Zwischen drin war ich davon überzeugt, dass ich das Teil nie anziehen werde. Fast 3m lange Bindebändel um meine Taille, das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Dennoch wollte ich es ausprobieren und habe den Schnitt erst ein mal komplett mit großem Stich genäht. Wenn mir ein Schnitt seit 3 Jahren immer wieder in meine Wunschliste hüpft, muss ich wissen, ob das berechtigt war oder nicht.


Burda empfiehlt, den Wickelausschnitt mit Formband zu befestigen. Ich finde das bei einem dehnbaren Wickeloberteil eher kontraproduktiv. Der Ausschnitt soll sich doch an die Figur anlegen. Damit der Stoff dennoch nicht ausleiert, aber trotzdem seine Dehnfähigkeiten behält, habe ich Framiltonband verwendet. In der damaligen Burda hat das Model das Shirt mit dem Ausschnitt bis unter! die Brust ohne was drunter getragen (siehe Verlinkung bei den Schnittinfos), darauf werde ich mal lieber verzichten und ein Top darunter trage.

In Fertig gefällt mir das Oberteil sehr gut an mir. Sollte sich gut mit meinen Röcken und kurzärmeligen Oberteilen kombinieren lassen. Ich bin mal gespannt.

Bei der knappen Anleitung der Burda Style habe ich mich mal wieder schwer getan und habe dann einfach mal gemacht, wie ich es mir gedacht habe. Bin da inzwischen eher die ausführlicheren bebilderten Vogue/McCalls/Butterick-Schnitte gewöhnt.

Schnitt: Burda Style 3/2012 121B
Material: Strickstoff (Urlaubsmitbringsel aus Stockholm), Framiltonband
Änderungen: Ärmel um 8cm gekürzt, Anstatt Formband den Wickelausschnitt mit Framiltonband verstärkt, ebenso die Schulternähte, die offnen Kanten der Bindebänder habe ich vorerst nicht umgeschlagen, sollte auch so gehen. Ausschnitt belegt festgenäht (mit Cover) und Überstand weggeschnitten.
Fazit: Obwohl ich während dem Nähen nicht damit gerechnet habe, gefällt mir das Wickelshirt an mir sehr gut. Ob ich den Schnitt nochmal nähe, hängt davon ab, wie sich das Shirt im Alltag macht.

Auch diesen Monat möchte ich mich ganz herzlich bei Santa Lucia Patterns für diese motivierende Aktion bedanken.
Die anderen tapferen 12-Tops-Challenge-Teilnehmerinnen findet ihr bei Santa Lucia auf dem Blog.

Infos zum Rock:
Schnitt: 1/2 Teller, geänderter Bund von Deer and Doe (siehe Rock-Link), Nahttasche zw. Bund und Rockteil von Vogue V1170 Rock
Material: Wolle, Reißverschluss, Einlage und Futter.
Fazit: Den Rock habe ich Sept2014 genäht und er hat sich zu einem meiner liebsten Stücke entwickelt. Durch den schwarz-grauen-weiß-melierten Stoff (übrigens von Siebenhundertsachen) lässt er sich sehr gut kombinieren und trägt sich dank Futter auch sehr angenehm. Gerne hätte ich noch eine weitere Variante, dann aber mit einem etwas schmalerem Bund. 

Muriel

Dienstag, 1. Dezember 2015

Warum ich nicht mehr "Geschickt Eingefädelt" schaue ...

Als vor inzwischen gefühlten Ewigkeiten die erste Staffel von "The Great British Sewing Bee" lief, war ich begeistert von diesem tollen Format und habe mir gewünscht, dass es so eine Sendung auch im deutschen Fernsehen gäbe.
Im letzten Jahr gab es dann endlich einen Aufruf zum Casting. Wie viele andere auch habe ich mich gefreut, war aber auch misstrauisch, ob ein deutscher Privatsender das Format überhaupt umsetzen könnte. Besonders gefreut habe ich mich, als bekannt wurde, dass Meike (FrauCrafteln) und EllaMara in der Sendung dabei sind.
Jedoch fällt mein Fazit nach, ich glaube bisher waren es drei Folgen, sehr sehr ernüchternd aus. Von dem eigentlich sehr schönen Format ist nichts übrig geblieben.

Grund dafür sind nicht die Kandidaten, sondern die Art und Weise wie die Sendung umgesetzt wird. Vom Charme der englischen Serie ist nichts zu spüren. Während in der ersten Folge der ersten Staffel von Sewing Bee die nicht nähenden Zuschauer "abgeholt" wurden und an das Thema Nähen, Abnäher und Co. rangeführt wurden, versucht es Vox noch nicht mal, sondern lässt "Fachbegriffe" lieber ganz weg bzw. lässt Hinweise der Jury zu bestimmten Techniken (z.B. Rollsaum) einfach so im Raum stehen. Dadurch, dass der nicht-nähende Zuschauer nicht an die Materie rangeführt wird und somit keinen Zugang zu dem Thema hat, lässt man den für Näher/innen interessanten Teil wohl lieber einfach weg und zeigt in der Sendung hauptsächlich Ausschnitte, die nichts mit dem Nähen oder der Konstruktion eines Kleidungsstücks gemein haben. In der UK-Sendung werden schwierige Arbeitsschritte - z.B. Hosenschlitz - den Zuschauern mittels einer kleinen Animation nähergebracht.

Ich hätte beispielsweise liebend gerne gesehen, wie Ella in der "Schlankmacherkleid"-Folge ihr Kleid konstruiert hat. Sie hat eine ganz eigene Herangehensweise ans Nähen. Kaufschnittmuster sucht man bei ihr vergeblich. Wer mehr darüber wissen möchte, kann in meine Podcastfolge mit ihr reinhören.

Die Macher der Sendung haben es "geschafft", aus 5 Stunden Nähzeit 0min zu zeigen. Das ist eine Leistung. Stoff raussuchen und zuschneiden zähle ich nicht zu den interessanten Tätigkeiten.
Generell kommt das Thema Nähen meiner Meinung nach viel zu kurz. Man hätte so viel aus der Sendung und auch mit den Kandidaten machen können. Gerne hätte ich gesehen, wie Celine arbeitet. Von ihr sieht man i.d.R. immer nur das gut verarbeitete Endergebnis, aber wie sie das gemacht hat leider nicht. Oder für die Zuschauer wäre es bestimmt auch interessant gewesen zu sehen, wie Florian einen Tellerrockschnitt erstellt.

Ich bin mir sicher, dass jede/jeder in seinem Fachgebiet gut ist und dort einiges zeigen könnte. Leider zielen die Aufgaben hauptsächlich auf "sexy", "schlankmachen" und "Party" ab. Wobei die Begriffe extrem eng gefasst werden.

Die von der Jury gestellten Aufgaben sind - ähhhh - "kreativ" und passen meiner Meinung nach nicht zu dem Ziel, den/die beste Hobbyschneider/in zu suchen. Dafür sollten die Kandidaten die Möglichkeit haben, durch die eigene Auswahl von Schnitten und Stoffen (ähnlich wie die jeweils dritte Aufgabe in der UK-Sendung) ihren Stil und ihre Techniken zu zeigen.
Besonders "hervorheben" im negativen Sinne möchte ich die "Party-Jogginghose" für den Herren. Allein die Kombination aus den beiden Begriffen erscheint mir abstrus. Wer zieht eine Jogginghose auf einer Party an?! Patrick (aus der UK-Jury) würde sich bestimmt mit Händen und Füßen wehren, wenn ihm jemand mit einer Party-Jogginghose käme.
Wo wir gerade bei den "tollen" Aufgaben der deutschen Sendung sind: Nicht zu vergessen das Schlankmacherkleid für ... Models. Abgesehen davon, dass ich den Begriff "Schlankmacherkleid" furchtbar finde, hätte ich bei der Aufgabe auch echte Frauen erwartet. Meike hat das sehr schön auf ihrem Blog beschrieben.

Die Beurteilungen der Jury sind in meinen Augen je nach Kandidat/in sehr unterschiedlich. Wenn bei einer Person zum Beispiel der noch sichtbare Stoffbruch bemängelt wird, wird das Teil von jemand anderen (welches ebenso einen noch sichtbaren Stoffbruch hat) nur gelobt. Ähnlich ist es auch bei den Upcycling-Aufgaben. So wurde bei der Jeansaufgabe Ella aufgefordert, noch mehr Jeans zu verwenden, während in dem "Stück des Tages" (bin mir grad nicht sicher wie es offiziell heißt) sogar noch weniger Jeans verwendet wurde.

Bei der Sewing Bee hatte ich in allen Staffeln das Gefühl, dass die gleichen Kriterien für alle Kandidaten galten und so sollte es sein. Auch war mir als Zuschauerin die Aufgabenstellung wesentlich klarer und so konnte ich die Bewertungen auch besser nachvollziehen.

In den Interviews auf dem Swafingblog erzählen die Kandidaten von der schönen Atmosphäre zwischen den Kandidaten. Hätte es schön gefunden, wenn dies auch in der Sendung ersichtlicher wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kandidaten so "stumm" aneinander vorbei arbeiten, aber dieses "kuschelige" passt wahrscheinlich nicht ins Konzept der Wettbewerbssendung.

Einer der Hauptgründe, weswegen ich die Sendung nicht mehr schaue, sind die beleidigenden Aussagen über Meike, welche als Opfer rausgesucht wurde, und dies wurde beständig durch Kommentare von der Jury als auch dem Sprecher weiter ausgebaut. 
Dem Blog von Meike folge ich schon mehrere Jahre, ich durfte Sie schon als Gast in meinem Podcast haben und auch  "in Echt" kennenlernen. Die im Fernsehen dargestellte Meike hat, meiner Erfahrung nach, so gut wie nichts mit der "echten" Meike zu tun. Ich finde es ein echtes Armutszeugnis, wenn man auf solche Mittel, jemanden schlecht darzustellen, zurück greifen muss. Das hätte nicht sein müssen.

Wie sehr sich die Jury auf sie eingeschossen hatte, wurde besonders deutlich, als blind bewertet wurde und das, in den Augen der Jury, schlechteste Teil nur von Meike stammen konnte. War´s aber gar nicht. Vielleicht sähe das momentane Kandidatenfeld mit Blindbewertungen ganz anders aus.

Kurz gesagt, ich habe das Gefühl, dass die Sendung die vielfältige deutschsprachige Hobbyschneider/innen Szene in einem denkbar schlechten Licht darstellt. Das ist sehr schade. Die Möglichkeiten, die man durchs Nähen hat, werden nicht gezeigt. Es geht in den Aufgaben nur darum, dass der einzupackende Körper anschließend bestimmten Normen entspricht. Warum sollte man das tun?! Das wunderbare am Nähen ist doch, dass man sich so kleiden kann, wie man möchte. So fand ich Ellas Schößchen am Schlankmacherkleid sehr schön und es war mal was anderes als es im Laden zu kaufen gibt. Zum Glück gibt es die Onlinenähcommunity, wo man sehen kann, wie es anders sein kann. Besonders beim MeMadeMittwoch kann man jeden Woche sehen, wie vielfältig Kleidung sein kann.

Als wundervolle Alternative zu #geschickteingefaedelt kann ich drei tolle Bücher rund ums Nähen empfehlen:
  • Das neue Buch von Frau Nahtzugabe "neues Leben für alte Kleider" . Dieses Buch ist besonders interessant für Näheinsteiger und Upcycling-Liebhaber/innen. In vielen, teils auch schnellen Projekten wird gezeigt, wie man aus Hemd, Jeans und Co. was Neues zaubert.
  • "Verflixt & Zugenäht" eine textile Redewendungensammlung. Eine wunderbare und sehr gut recherchierte Zusammenstellung rund ums Handarbeiten von Suschna (Textile Geschichten).
  • Last but not least "Nählust statt Shoppingfrust" von Meike (FrauCrafteln). Das ist eigentlich das Thema, welches man mit der Sendung hätte transportieren können. In dem Buch beschreibt Meike, warum selber nähen glücklich macht. Sie hat ja so Recht damit! Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen.
KittyKoma und GrafTypo haben sich auch ihre Gedanken zu der Sendung gemacht.

Update 01.12.15:
Auch MädchenfürAlles hat über die Sendung gepostet und ich kann ihrer Aussage "Wer diese Sendung konzipiert hat, hat entweder keine reale Vorstellung von der Nähcommunity oder hat sich bewusst dazu entschieden, diese nicht als Hauptzielgruppe für die Sendung anzusehen." nur zustimmen.

Update 02.12.15:
Bei HolyFruitSalad gibt es auch eine interessante Zusammenfassung, welche zu einem ähnlichen Fazit kommt.
 Muriel

PS. hätte noch mehr Gründe gehabt, warum ich die Sendung nicht mehr anschaue, aber dann wäre der Text noch länger geworden.

Winterjacken-Sew-Along Finale: Mein neuer Lieblingsmantel

Mein Plan: Vogue Wintermantel
Mit etwas Verspätung reihe ich mich zu den Finalisten (ach, wie schön das klingt) beim Winterjacken-Sew-Along ein.
Dieser sehr motivierende Sew-Along wurde von der allerliebsten MeMadeMittwoch Crew veranstaltet. Besonders danken möchte ich Karin (Dreikah) dafür, dass sie sich für den Sew-Along stark gemacht hat.

Mein Plan war der Vogue Mantel V9040, zu dem es praktischerweise einen Craftsykurs gibt. Irgendwie ging es bei mir nicht voran. Während andere schon am Knöpfe annähen waren, habe ich noch am Probeteil rumgedoktert. Ohne Druck, den Mantel zu dem Finaltermin fertig zu bekommen, wäre der Mantel ein UFO geworden.

Im Endeffekt ist der Mantel, u.A. durch die viele Handarbeit, die drin steckt, mein bisher aufwändigstes Projekt. Mann meinte das Steampunkoutfit, bestehend aus langem Rock, Korsett und Mantel wären umfangreicher gewesen, aber dadurch, dass es mehrere Einzelteile waren, hatte ich zwischen drin immer wieder Erfolgserlebnisse. Das Voguemantelprojekt hingegen hat sich gezogen wie Kaugummi. Um so stolzer bin ich jetzt wo es tatsächlich ein Mantel geworden ist.

Während ich beim letzten Treffen nur den Probemantel zeigen konnte, war ich in den letzten zwei Wochen in meiner Freizeit (teilweise sogar vor der Arbeit) nur mit dem Mantel beschäftigt. Allein für den Zuschnitt von Futter, Windstopper, Einlage und dem Heften (per Hand) von Windstopper und Oberstoff habe ich ganze 6h gebraucht. Auch sonst wurde der Schnitt dem Vogue-typischen Vorgehen gerecht, da gab´s keine Abkürzungen und etliche Schritte waren reine Handnähte.

Ärmel mit Paspel und Beleg aus dunkelblauem Wollstoff
Im Sew Along vom letzten Jahr (weiß leider nicht mehr bei wem) war an mehreren Stellen zu lesen, dass Windstopper knistern würde. Ich war da auch misstrauisch, nach meiner zugigen Minoru- Jacke vom letzten Jahr wollte ich unbedingt Windstopper haben. Nach einem Tag tragen kann ich sagen, dass mein Windstopper in Kombination mit dem Schnitt nicht knistert.

Allerdings sind mir noch zwei kleine Punkte aufgefallen, die ich am Mantel noch ändern möchte: Zum Einen habe ich unten mittig den Beleg einen Tick zu stramm per Hand angenäht und zum Anderen möchte ich noch den rechten Beleg mit ein paar Handstichen an den Oberstoff nähen.

Paspel zwischen vorderem Beleg und Futter
Innentasche
zu Demozwecken habe ich den Ärmel rein gestopft :-)
Schrägband am Saum. Das Futter wird mit einigen "Tags" am Oberstoff befestigt.
Das Weiße ist die Klimamembran.
Hier kommt der melierte Stoff gut raus
Eingriffstasche und die verlegte Prinzessnaht mit Paspel
Die Eingriffstasche von oben fotografiert. Vogue/Craftsy füttern die Tasche komplett mit dem Oberstoff.
Wäre bei mir zu dick geworden.
Auch wenn ich es nicht vermutet hätte, habe ich durch den Mantel meine Leidenschaft fürs Heften per Hand entdeckt. Das ging leichter und auch schneller als gedacht. Hilfreich war evtl. auch, dass ich Seidengarn verwendet habe, dass ließ sich 1a verarbeiten und wieder entfernen. Vielen Dank an der Stelle an die strengen Twitter-Nähnerds, welche mir vom Sprühkleben von Windstopper und Oberstoff abgeraten haben, u.A. waren das Drehumdenbolzeningeneur und Mitheissernadel.

Schnittänderungen:
  • Mantel unten um 3,2cm verlängert
  • Mantel an der Oberteil Lengthen/Shortenlinie um 2cm gekürzt 
  • Vordere Prinzessnaht von der Schulter hin zum Ärmel verlegt
  • Brustrundung angepasst
  • Paspel an vorderer Prinzessnaht, Bubikragen und innerem Beleg
  • hintere Mitte an Hohlkreuz angepasst.
  • Ärmel um 1cm gekürzt
  • Ärmelschlitz zugenäht
  • kein Sleevehead (wie heißt das auf Deutsch?  Update: Es heißt "Ärmelfische" Danke an DrehumdenBolzeningeneur) verwendet, nur Schulterpolster
  • Oberstoff komplett mit Windstopper gedoppelt 
  • Druckknöpfe anstatt normaler Knöpfe
  • Im Craftsykurs wird das komplette Vorderteil mit Vlies bebügelt, habe mich an die Vogue Anleitung gehalten und nur den Bereich in Größe des Belegs bevliest
  • Taschenbeutel der beiden äußeren Taschen anstatt aus Wollstoff aus Futter
Auch wenn das jetzt nach viel klingt, ich finde für einen Mantel hält es noch im Rahmen.

Schnitt: V9040 Ver. A inkl. der Innentasche aus dem Craftsykurs
Material: hellblau mellierter Wollstoff (gekauft beim Bloggertreffen Stuttgart), dunkelblaue Wolle (Geschenk von LottiKatzkowski), Windstopper/ Klimamembran (von Funfabric), Gewebeeinlage von Vlieseline, Druckknöpfe 7x, Paspel, Schrängband aus Futter, Futter, Schulterpolster
Änderungen: siehe Auflistung
Fazit: sehr schöner Mantelschnitt, sehr gut geeignet für weite Röcke und Kleider. Falls ich auf die,  momentan auf Grund des Arbeitsaufwandes abstruse erscheinende, Idee kommen sollte, den Schnitt nochmal zu nähen, muss ich nochmal den Saum überprüfen. Die Position der Innentasche finde ich zu tief. Könnte noch 3-4cm höher sein.

Fazit zum Craftsy Kurs zu dem Schnittmuster:

+ Vogue Schnittmuster in Kurs enthalten (Versand aus USA dauert ein bisschen)
+ Extra Schnittteil für Innentasche
+ viele Techniken rund ums Mantel nähen, Samtstoff, Wollstoff werden gezeigt
+ schwierige Stellen werden ausführlich gezeigt inkl. Erklärung warum man es so macht

-  es ist kein Anfängerkurs, es werden nicht alle Schritte gezeigt.
- Trainerin spricht teilweise unzusammenhängend, d.h. die fängt einen Satz an und spricht plötzlich von was anderem. Auch hätte dem Kurs ein bisschen schneiden gut getan, um die unvollständigen Sätze zu entfernen. Alles in allem fand ich es schwieriger zu folgen als bei anderen Craftsykursen.


So und wer es soweit geschafft hat, bekommt jetzt noch die Bilder vom kompletten Mantel. :-)





Der Mantel war mein größtes Projekt dieses Jahres und momentan bin ich nur froh, dass es geschafft ist. Dennoch hoffe ich auf einen weiteren Winterjacken-Sew-Along nächstes Jahr. Ich hätte noch gerne eine senf/curry-gelbe Jacke oder Mantel.

Bei Fritzladen könnt ihr eine weitere sehr schöne Variante dieses Vogueschnittes sehen. Die anderen tapferen Hobbyschneiderinnen findet ihr auf dem MeMadeMittwoch Blog.

Mittwoch, 25. November 2015

Noche de los Muertos Rock in Winterfest

Shirt und Rock sind MeMade
Bähhh, inzwischen ist es hier richtig kalt, da müssen die warmen Baumwollstrumpfhosen wieder raus. 
Heute trage ich einen meiner geliebten Bleistiftröcke. Vor kurzem hatte ich die Vögelchen-Variante (siehe unten) an, heute die "Noche de los Muertos" Variante. Der Patchworkstoff ist von Alexander Henry, da dieser (also der Stoff nicht der Alexander) sehr dünn war, habe ich den Stoff komplett mit G785 bebügelt. Dadurch hat der Stoff nun den benötigten Stand für den Schnitt.

Von dem McCalls Shirt Schnitt war ich letztes Jahr total begeistert und hatte gleich vier Varianten genäht. Inzwischen gefällt mir der Schnitt wegen dem lockeren Sitz und dem nur sehr knapp gedoppeltem Wasserfallaussschnit nicht mehr so gut und werde den Schnitt vorerst nicht mehr nähen.Wasserfall finde ich prinzipiell immer noch sehr gut an mir aber bis jetzt ist mir noch kein Alternativschnitt begegnet.

Oberteil:
Schnitt: M6612 von McCalls -  Hier seht ihr die Himbeervariante , die grüne Version und die Strickstoffvariante.
Änderungen: untere Raffung weggelassen und so das Shirt unten um etliche cm gekürzt. Taille um ein paar cm nach oben verschoben. Seiten enger gemacht.
Fazit: Das war nun schon mein vierte Version des Schnitts. Nun steht mir der Sinn nach einem neuen Jerseyshirtschnitt.

Rock- Schnitt: den bereits mehrfach erprobten Burda-Schnitt Burda 133 06/2010 (Roller-Rock, Vasen-Rock, Weihnachtskleid-Rockteil und der Karo-Rock)
Material: Baumwollstoff "Noche de los Muertos", Stoffrest für Bund, Reißverschluss, Futter, G785
Änderungen: Reißverschluss in der Seite, nur eine Hüftpassentasche.

Auf dem MeMadeMittwoch Blog treffen sich heute die anderen Teilnehmer. Mal gespannt was man anders wo bei dem winterlichen Wetter trägt. Monika vom Wollixunstoffix zeigt uns heute, dass sich auch Viskosejersey für die kalte Jahreszeit eignet. Man muss nur wissen, wie man es kombiniert.

Muriel


Abspann: die anderen Versionen des Rocks sehen so aus: 
Roller-Rock
Mainboard-Rock
Proberock vom Weihnachtskleid 2013
schicke Damen-Rock
UFO-Rock
Weihnachtskleid 2013
Vasen an die Frau

Montag, 23. November 2015

Weihnachtskleid-Sew-Along 2: Oma-Gedenk-Kleid aktueller Stand


Puhh, schon wieder Weihnachtskleid-Sew-Along-Treffen. Irgendwie vergeht die Zeit momentan wie im Flug. Letzte Woche kam ich zu gar nichts, aber da ich mein Weihnachtskleid schon vor Monaten angefangen habe, kann ich heute trotzdem was zeigen.
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Der Weihnachtskleid-Sew-Along ist eine tolle jährliche Aktion der MeMadeMittwoch-Crew. Jeder darf mitmachen und sich sein Weihnachtsoutfit (muss kein Kleid sein) in netter Gesellschaft nähen.
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Variante A aus dem dunkelroten Stoff im Hintergrund
mit evtl. anderem Ausschnitt, anderen Ärmeln und die Taschen stehen auch zur Diskussion. Evtl. die von Ver. B
 
Mein Plan ist ein Oma-Gedenk-Kleid nach einem von ihr geerbten Schnitt und genäht auf ihrer Dürrkopp-Nähmaschine von 1960. Wie letzte Woche geschrieben, ist meine Oma leider vor ein paar Monaten gestorben. Sie hatte meine "Nähkarriere" immer mit sehr viel Begeisterung verfolgt. Bei der Wohnungsauflösung kamen auch ein paar Schnitte zu Tage, ich hatte das Glück, dass ich davon einige bekommen habe.

Der Schnitt ist Größe 44 - allerdings 44 von 1960/70, da war die Größentabelle eine andere. Bei neuen Webstoffschnitten mache ich immer ein Probeteil. Deswegen habe ich einfach mal versucht was dabei herauskommt wenn ich Gr. 44 einfach ohne Nahtzugabe nähe. Ja, ich weiß, soll man auf keinen Fall machen ... habs trotzdem ausprobiert. :-)
Zu meiner eigenen Überraschung saß das Kleid auf Anhieb gar nicht so schlecht. Ich werde noch ein bisschen Nahtzugabe im Bereich der Brust rauslassen und im oberen Rücken fehlt an der Mittelnaht auch noch ein bisschen Stoff.
Die langen Ärmel mit Ellenbogenabnäher behindern meine Bewegungsmöglichkeit leider soweit, dass ich die gegen einen bei mir sitzenden "modernen" Burdaärmel austausche. Finde das eigentlich schade, hätte gerne mal einen Ärmel mit Ellenbogenabnäher gehabt. In einem Threads Magazin von diesem Jahr wird beschrieben wie man ein Armloch und Ärmel von einem Schnitt in einen anderen einbaut. Bin gespannt, ob das so einfach klappt wie es aussieht.

Vergleich: Burda Ärmel (60/70er) und neuer Burdaärmel (aus Folie)
Beim Ausschnitt bin ich mir noch nicht sicher. Den Bubikragen fände ich süß, aber ob der Kragen was für mich ist, weiß ich noch nicht. Die Taschen sitzen an einer für mich ungünstigen Stelle am Bauch und neigen zum aufklaffen, da muss ich mir noch was überlegen. Im Notfall verwende ich die aufgesetzten Taschen von Ver. B.

In der vor Monaten gepackten Projekttasche habe ich noch einen zweiten Stoff gefunden. Vermute mal, dass ich mir damit sagen wollte, dass ich den Schnitt aus zwei Stoffen nähen wollte. Da wird mir die Zeit wohl eher nicht reichen, aber das ist ja das schöne an Stoffen, sie können alles werden. Der Stoff wandert wieder zurück in meine Stoffsammlung.

Die anderen fleissigen Weihnachtskleidnäherinnen findet ihr auf dem MeMadeMittwochBlog, dort zeigt Wiebke (Kreuzberger Nähte) ihr wieder ausgegrabenes UFO. Ist es nicht toll, wie der Sew-Along auch zur Belebung von UFOs beiträgt?

Muriel

Freitag, 20. November 2015

Podcast Nr. 13 mit Sinje von Strich und Faden

Sinje von Strich & Faden

In dieser Episode habe ich die wunderbare Sinje vom Blog Strich & Faden zu Gast. Inzwischen bloggt sie schon seit 7 Jahren. Früher noch unter einem anderen Blognamen. Mit der Zeit hat sich ihre Sicht auf das Bloggen geändert. Es war interessant zu erfahren, wie sich das entwickelt hat.

Mit dem Nähen hat sie im Alter von 14/15 Jahren angefangen, als sie einen Patchworkkurs in der Schule besucht hat. Als eines der ersten Kleidungsprojekte hat Sinje sich an einer Bluse versucht. Ob das was geworden ist, hört ihr in dieser Folge.

Eine ihrer Devisen am Anfang war "wenn ich nicht wusste, wie schwer etwas ist, hat es immer geklappt" und so mutierte sie mit der Zeit zu einem Nähnerd.

Man munkelt, dass der Begriff "Nähnerd", welcher besonders bei Twitter rege Verwendung findet, von ihr "erfunden" wurde. Ob ihr auch ein Nähnerd seit, könnt ihr bei dem Nähnerd-Test bei Frau Nahtzugabe herausfinden.

Jetzt aber wieder zurück zum Thema. Das Gespräch mit Sinje hat mir viel Spaß gemacht, sie erzählt mit einer solchen Begeisterung vom Nähen, dass ich mich am liebsten sofort an die Nähmaschine gesetzt hätte.

Wollt ihr erfahren, warum sie sich als One-Trick-Pony bezeichnet, oder was das ideale Outfit auf Reisen ist, oder warum Bekleidungsregeln "trag dies nicht, trag das nicht" vernachlässigbar sind?

Viel Spaß bei der Folge:
So, jetzt gehts aber endlich los mit der Podcastfolge:


oder Download (rechts Klick)
Hier sollte ein Player angezeigt werden, 
falls nicht, bitte den Post über meinen Blog direkt aufrufen, dem Downloadlink,
via iTunes  oder einer Podcatcher App für Android / Windows Phone  (hier der RSS-Link für eure mobilen Geräte) 

 
Music "Goodwill Cowboys Ride Again" by Michael Chapman & The Woodpiles (modified by Muriel)
Available on the Free Music Archive under CC BY-NC 3.0 license


Weitere Infos rund um den Nahtzugabe5cm-Podcast findet ihr auf meiner Podcast-Seite.
So, und jetzt bin ich gespannt, wie Euch diese Folge gefallen hat.

Wenn Euch mein Podcast gefällt würde ich mich freuen,
wenn ihr mein Podcastlogo mit Verlinkung mit auf Euren Blog nehmt.
Vielen Dank.
"Ich höre den Podcast von Nahtzugabe5cm.de"

Muriel

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