Sonntag, 28. August 2016

Cloth Habit: Ladyshorts Version 1

Bei meinem letzten BH-Set (aus türkisem Netzstoff) hatte ich festgestellt, dass sich mein bisher verwendeter Pantyschnitt zwar hervorragend für breite Spitze eignet aber nicht für normale Stoffe.

Deswegen habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht und bin auf den Gratisschnitt "Ladyshorts" von Cloth Habit (bekannt für den Watson Bra) gestoßen. Dieser war genau nach meinem Geschmack. Vom Schnittmuster ist dieser meinem bisherigen Pantyschnitt sehr ähnlich aber funktioniert für Stoffe und Spitzen-/Gummiband.

Das Material war alles schon vorhanden. Der Hauptstoff war der Rest aus einem Sewy.de BH Paket aus dem ich einen BH genäht habe (Post kommt noch). Habe immer noch genügend Stoff für einen weiteren BH übrig. Die Pakete sind wirklich großzügig, nur Bügel und Gummiband bräuchte ich noch. Die dehnbare Spitze müsste von Wien2002 sein und der Stoff für den Zwickel ist ein Reststoff von einem Baumwolljerseyshirt.

Das Nähen ging super fix. Der beiliegenden Anleitung konnte ich nicht so ganz folgen, aber dank dem Tutorial liefs dann doch.

Die Passform ist klasse, es schneidet nichts ein und zeichnet sich auch nicht ungünstig unter der Kleidung ab. Davon werde ich bestimmt noch x-weitere Varianten nähen.

 
Die Shorts habe ich vor ein paar Tagen auf Instagram gezeigt und das Fazit dort war gemischt. Es scheint so, als würden Pantys mit "Frontnaht" bei manchem Unbehagen auslösen. War mir gar nicht bewusst. Also bei mir zwickt da nichts, aber bei Unterwäsche hat jede ja ihre bevorzugten Modelle und das ist auch gut so.

Schnittmuster: Ladyshorts von Cloth Habit (gratis Schnittmuster)
Material: Spitzengummi von Wien2002 (glaube ich), Reststoff von einem BH Material Paket von Sewy.de, Baumwolljerseyrest (für Zwickel)
Änderungen: keine - nix - nada :-)
Fazit: Ich liebe den Schnitt

Den dazu passenden BH zeige ich in den nächsten Tage.

Muriel

Montag, 22. August 2016

Muriel und das Jumpsuit Experiment

Auch wenn man es meinen diesjährigen Werken bisher nicht so anmerkt, habe ich mir als Jahresmtto vorgenommen den Schwerpunkte auf das Thema "Hosen" zu legen.
Immerhin meine erste Jeans ist seit ein paar Monaten fertig: Eine Ginger Jeans mit handbestickter Hosentasche. Nun sind noch zwei Hosen bzw. Jumpsuits dazu gekommen.

Angefixt, von dem schon seit letztem Jahr um sich greifenden Nähnerdfieber nach Jumpsuits hat es mich nun auch erwischt. u.A. haben mir die Jersey-Jumpsuits von Frau Kleidermanie sehr gut gefallen.
Ich war sehr neugierig, ob so ein Jumpsuit für mich als Hosenmuffel etwas ist.


Der Sallie Jumpsuite von Closet Case Files ist mir seit dem erscheinen im letzten Jahr schon ein paar Mal positiv aufgefallen und so wagte ich meinen ersten Jumpsuiteversuch auch mit diesem Schnitt. 
Für die erste Variante opferte ich einen blauen dünnen weichfallenden Jersey. Ich meine, den hätte ich letztes Jahr in Wien gekauft.

Erster Sallie Versuch (der Jersey ist eigentlich blau, nicht lila)
Von Closet Case Files habe ich bereits zwei Schnittmuster genäht (Nettie Body und Ginger Jeans) für beide gab es einen tollen Sew Along. So etwas habe ich ein bisschen für diesen Schnitt vermisst aber mit der guten Anleitung, braucht es den eigentlich nicht wirklich.

Von dem Stoff hatte ich nur 1,5m, so habe ich mir erst an der kurzen Version versucht. Die kurze Variante von Fiona Parker (Chainsticher) hat mir auch sehr gut gefallen. Von Closet Case Files gibt es eine Anleitung, wie man aus dem langen Hosenbein ein kurze Variante mit noch ausgestellterem Bein macht. Ich habe die Anleitung erst bei der Recherche für diesen Post gefunden. Meine kurze Variante ich einfach nur gekürzt.

Das Oberteil ist komplett gedoppelt. Das sorgt zum einen für "Sichtschutz" bei dem dünnen Stoff und zum anderen sind alle offenen Kanten am Ausschnitt und am Arm super schnell und sauber versäubert.

Nach nur zwei Näh-Abenden (für mich ist das rasend schnell) war das gute Stück fertig und ich leider sehr ernüchtert. Es fühlt sich an wie ein Strampler :-( Irgendwie sehr nach Schlafanzug, überhaupt nicht nach etwas was ich draußen anziehen würden.

Die Instagram- / Twitterreaktionen waren auch eher gemischt und mir wurde empfohlen die Idee noch nicht ganz aufzugeben, sondern eine lange Variante auszuprobieren.
 
Salliejumpsuit Nr. 1 + Blog-Premiere vom tierischen Mitbewohner
Neugierig wie ich bin, habe ich mich gleich an die zweite Variante gemacht. Zum Glück habe ich ein gut gefülltes Stofflager. Den Stoff mit verschieden farbigen Punkte hatte ich auch schon mind. 2 Jahre, gekauft hatte ich diesen bei einem Wochenendtrip ins Saarland (Saarbrücken) und in der Zwischenzeit den Stoff immer mal wieder aussortiert und dann doch wieder zurück geräumt. Jetzt war ich froh, dass er doch bei mir geblieben ist. Für eine Sallie war der Stoff ideal, nicht zu fest und nicht zu locker. 

Stoff für Sallie Nr. 2
Bei der ersten Sallie haben mich ein paar Punkte gestört, die habe ich gleich abgeändert. Zum einen wollte ich das Oberteil locker über dem Gummiband fallend haben, dazu musste ich, das allererste Mal in deiner Nähkarriere ein Oberteil verlängern! (okay, nur um 1,5cm aber immerhin). Zum Anderen ist mir der Ausschnitt zu tief gewesen. Eine falsche Bewegung und jeder kennt meinen Bauchnabel (also so fast ;-)). Dieser wurde in der zweiten Variante entschärft. 

Bei der ersten Sallie hatte ich etwas Mühe den V-Ausschnitt mit dem durchsichtigen Gummiband (ganz leicht) einzuhalten. Beim zweiten Mal habe ich ordentlicher gearbeitet, die Kante mit Sprühstärke stabilisiert, die Naht eingezeichnet und dann erst das Band aufgenäht. So hat das schon besser geklappt. Aus Sorge, dass ich das Band zu sehr dehne und es wellig wird, habe ich leider zu wenig dran gezogen. Naja hinterher kann man daran nichts mehr machen. Habe noch die Hoffnung, dass beim ersten Waschen, wenn die Sprühstärke wieder raus ist, da noch was geht.

ordentlicheres Arbeiten bei Nr. 2 mit Kreidemarkierung und Sprühstärke

Nähte ausbügeln beim Jersey - Danke Bügelrolle (Geschenk von Fr. minimale extravaganz) super easy.
Ich hatte nicht genug Stoff, dass ich die Futterteile aus dem Oberstoff zuschneide und so habe ich den Reststoff der ersten Variante verwendet. Fertig sieht das gute Stück dann so aus:

Was denkt ihr? 
Ist das tragbar?
Zu welchen Gelegenheiten trägt man einen Jerseyjumpsuit?


Sallie Nr. 2
Auch bei der zweiten Variante fühlt sich der Jumpsuit an mir noch komisch aus. Auf den Bildern an mir mag ich ihn. Vom Tragegefühlt her fühle ich mich als hätte ich meinen Schlafanzug an und so ein Gefühl brauche ich in der Öffentlichkeit eigentlich nicht. Er ist einfach "zu bequem". Dazu kommt, dass ich mir in Hosen draussen immer irgendwie komisch vorkomme.

Ich bin sehr gespannt auf eure Meinung.

Schnitt: Sallie Jumpsuit von Closet Case Files
Material: leichter Jersey, Framilastic (clear elastic), 1,5cm breites Gummiband
Änderungen: Blaue Variante: Bein auf Shortslänge gekürzt, Punkte Variante: Oberteil um 1,5cm verlängert, Ausschnitt um 1,5cm entschärft, Bein gekürzt
Fazit: siehe Absatz oben drüber ... ich weiß nicht aber es war ein spannendes Experiment.

Eines habe ich beim Nähen in den letzten Jahren gelernt, nämlich, dass nur weil ich denke etwas steht mir nicht, weil ich das noch aus Kaufkleidungszeiten kenne, dies für selbstgenähtes nicht stimmen muss. Deswegen probiere ich gerne mal Neues aus, mal klappts, mal nicht.

... und falls ich mich mal mit den Jumpsuits richtig anfreunde hätte ich noch gerne einen richtigen aus Webstoff, wie die schönen Varianten von Frau Kirsche. Die fühlen sich bestimmt nicht nach Schlafanzug an. Habe dafür auch schon den ultimativen Schnitt für mich gefunden: McCalls M7167 Variante D


Muriel

Update 23.08.2016: da ich ich doch glatt vergessen auf den tollen Sallie Jumpsuit von Frau Rehgeschwister hinzuweisen.

Sonntag, 14. August 2016

Podcastepisode Nr. 17mit Frau Machwerk

Frau Machwerk / Martina
In der heutigen Folge habe ich Frau Machwerk zu Gast.

Einige von Euch kennen Martina vielleicht nicht nur durch ihren Blog, sondern auch durch ihre Taschenschnittmuster und Nähkurse.

Martina hat nicht nur eine große Leidenschaft fürs Taschen nähen, sondern auch für originale Stoffschätze aus vergangenen Jahrzehnten, Frau Machwerk kommt nämlich aus dem Textildesign. Sie näht für sich selbst, den Rest der Familie und dann auch für ihren Shop.

In der Folge sprechen wir nicht nur über ihre Nähwerke, sondern auch darüber, wie sich die Online-Nähwelt in den letzten 10 Jahren gewandelt hat, dem langem Weg von der Idee zu einem fertigen eBook, welche Taschenelemente für sie als Taschenexpertin besonders wichtig sind und vieles mehr.

Sie verrät auch ein paar ihrer Tipps und Tricks zum Nähen von Leder und Taschen.

Nun will ich Euch nicht noch länger auf die Folter spannen. Los geht es mit der Podcastepisode mit Frau Machwerk:


 
Hier sollte ein Player angezeigt werden, 
falls nicht, bitte den Post über meinen Blog direkt aufrufen, dem Downloadlink,
via iTunes  oder einer Podcatcher App für Android / Windows Phone  (hier der RSS-Link für eure mobilen Geräte) 

 
Music "Goodwill Cowboys Ride Again" by Michael Chapman & The Woodpiles (modified by Muriel)
Available on the Free Music Archive under CC BY-NC 3.0 license


Vielen Dank an Chrissy (Chrissys Nähkästchen) für ihre stundenlange Arbeit für den Schnitt dieser Podcastfolge. 


Weitere Infos rund um den Nahtzugabe5cm-Podcast findet ihr auf meiner Podcast-Seite.
Und jetzt bin ich gespannt, wie Euch diese Folge gefallen hat.

Wenn Euch mein Podcast gefällt, würde ich mich freuen,
wenn ihr das Podcastlogo mit Verlinkung mit auf Euren Blog nehmt.
Vielen Dank.
"Ich höre den Podcast von Nahtzugabe5cm.de"

Muriel

Montag, 8. August 2016

meine erste Lupita (Milchmonster)

Nachdem ich 2015 bereits eine ausgeprägte Milchmonster (Schnittherstellerin) Phase mit dem Schnitt "Toni" hatte, hat es mich wieder erwischt. Dieses Mal ist es der Schnitt "Lupita": Ein Jerseyträgerkleid mit Herzausschnitt.

Obwohl ich eigentlich keine eBooks mehr kaufe, die nicht in A0 mitgeliefert werden, wollte ich den Schnitt wegen dem schönen Ausschnitt unbedingt haben.
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Zu der Nichtverfügbarkeit von A0 via Milchmonster noch kurz ein Einwurf:
Mrs Go
hatte auf ihrem Blog ein tolles Tutorial geschrieben, in dem gezeigt wurde, wie man aus A4 Schnittmustern A0 macht. Leider gab´s dazu von Milchmonster anstatt einem Hinweis, dass nicht erlaubte Screenshots verwendet wurden, gleich eine Drohung mit Anwalt und Abmahnung - hätte man auch netter formulieren können. Sehr schade, deswegen verzichte ich hier auch auf Verlinkungen zu Milchmonster.
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Lupita-Toni-Kleid
Die Anleitung ist sehr ausführlich und detailliert geschrieben. Ungewohnt fand ich, dass Vorderteil und Rückenteil gleich breit sind. Schließlich muss vorne mehr "Fläche" abgedeckt werden wie im gleichen Bereich hinten.

Bei dem Schnitt hatte ich es eigentlich nur auf dem Ausschnitt abgesehen  und so habe den unteren Teil ab Armloch von dem Tonischnittmuster abgepaust. Dieser Schnitt ist noch ausgestellter als Lupita und bietet unter dem Arm nach vorne/hinten auch mehr Platz.
 
Der Ausschnitt ist wegen der beiden Außenrundungen eher schwieriger zu nähen. Diese Rundung musste ich mehrmals machen, bis sich das Bündchen nicht mehr nach innen/außen geklappt hat. Der Tipp von Milchmonster in dem Bereich das Bündchen eher zu stauchen war sehr hilfreich.

Bevor ich die Knöpfe auf die Fakeknopfleiste genäht habe, habe ich die offenen Kanten per Hand angenäht. So bleibt die Knopfleiste schön zu und auf die Knöpfe sind entlastet.

Was ich bei Toni schon vermisst habe sind die Nahttaschen. Diese nähe ich bei Kleidern normalerweise immer an der Taillennaht an um das Gewicht besser zu verteilen, dass ginge bei dem durchgehenden Kleid leider nicht.

Schnittmuster: Lupita von Milchmonster
Material: 2x Jersey, Knöpfe (geerbt von Oma)
Änderungen: Seitenverlauf und Länge von Toni übernommen, Fakeknopfleiste anstatt nur via der Knöpfe zusammen zuhalten habe ich diese per Hand unauffällig zugenäht.
Fazit: Bin ganz verzückt von dem süßen Sommerkleid. Ob ich noch mehr Varianten nähe - k.A. Komme mehr sehr süß damit vor.

Muriel

Freitag, 5. August 2016

Ausflug ins Miedermuseum - so war´s


Ich wollte euch noch von unserem Nähnerd-Ausflug ins Miedermuseum Heubach (Link zu einem PDF Flyer) berichten. Von uns aus, ist das schon eine Ecke weg aber in netter Begleitung von anderen Nähnerds nimmt man gerne mal eine länger Anfahrt in Kauf. Vor Ort haben wir dann noch den Rest der Truppe getroffen.

Für die Ausstellung wurden interessante Stücke rund um das Thema Unterwäsche der vergangenen Jahrhunderte gesammelt. Die meisten Kleidungstücke sind so ausgestellt, dass man diese von mehreren Seiten begutachten kann.

Die Kuratorin der Ausstellung hat uns in einer Privatführung durchs Museum geführt, so hatten wir die Gelegenheit viel Fragen zu stellen. Die Führung sowie die Ausstellung war sehr interessant. Wer dort mal in der Gegend ist - sollte sich die Ausstellung unbedingt anschauen.

Für diejenigen, die dazu leider nicht die Gelegenheit haben, habe ich ein paar Bilder mitgebracht.

Historischer Webstuhl


Korsetts wurden früher auf speziellen Korsettwebstühlen hergestellt. Die
Stäbe wurden gleich miteingewoben. Auf dem nächsten Bild seht ihr so ein Korsett.
Diese Webstühle waren kompliziert zu bedienen und so wurden diese im Laufe der Zeit
durch modere normale Webstühle ersetzt und Korsetts wurden dann aus Einzelteilen
zusammen genäht.

Dies ist ein "Korsettwebstuhl-Korsett". Wusste vorher gar nicht, dass es so etwas mal gegeben hat.
Aus dem Webstuhl kam quasi ein komplettes Korsett inkl. der Stäbe.
Musterbuch für Korsett Stickereien. Diese haben nicht nur dekorative Zwecke sondern verstärken, angebracht an den Stabenden, auch den Stoff und verhindern ein vorzeitiges nachgeben des Stoffes.
Falls Frau ein Korsett hatte, dass nach mehr Stütze verlangte, konnte man zusätzliche Stäbe
kaufen und nachträglich noch einnähen.
Ja, das ist ein ganz "spezieller" BH. Leider habe ich vergessen aus welcher Zeit dieser ist. Dieser ist in einer Zeit des Mangels
entstanden. Er wurde aus einem Herrenkleidungstück + etwas Handarbeit / Wolle hergestellt.
Nachdem wir auf der Ausstellungsfläche fertig waren, hatte Frau Hopfensitz noch ein paar ganz besondere Stücke für uns vorbereitet. Unter anderem ein hellblaues Unterkleid aus den 50er Jahren:

Solche Unterkleider findet man kaum mehr. Das Unterkleid wurde damals für einen Abschlussball gekauft.
Dieses könnte man heutzutage bestimmt als ganz normales Kleid tragen - würde nicht auffallen.
Unter dem Rock verstecken sich sogar noch Strumpfhalter.


Vielen Dank an Frau Hopfensitz für die interessante Führung.

Muriel

Mittwoch, 3. August 2016

Durfte im Fiberthermometer Podcast zu Gast sein:

Vor inzwischen ein paar Monaten bin ich über den spannenden Vortrag "Das parallele Podcastuniversum" von Monika (u.a. fiberthermometer.de) gestolpert und war fasziniert.

Vieles von dem Angesprochenen aus ihrer "Faser"Welt, kam mir aus "meiner" Nähonlinewelt sehr bekannt vor. Ich hatte sie angeschrieben und so hat es sich ergeben, dass ich in ihrem Podcast "Fiberthermometer" zu Gast sein durfte. Andrea ist unter anderem auf Ravelry unterwegs - eine vergleichbare Plattform für Nähthemen ist mir leider nicht bekannt.

Ich fand es spannend zu erfahren, welche Parallelen aber auch Unterschiede es in unseren DIY-Onlinewelten gibt.

Die Folge als auch den Vortrag findet ihr unter: http://fiberthermometer.de/podcast/16-spezial-mit-nahtzugabe/ (Info: zuerst kommt ein allgemeiner Teil und ich komme dann später dazu)

Wir sprechen unter anderem über:
  • Was haben die Welten gemeinsam? Gibt es Unterschiede? 
  • Sind Faser- bzw. Nähnerds mit dem Begriff einverstanden? 
  • Wahrnehmung von "Handwerk" vs. "Handarbeit" 
  •  Hate-Speech - ein Thema? 
Viel Spaß beim Hören.

@Monika: vielen Dank, dass ich dein Gast sein durfte.

Muriel

Mittwoch, 27. Juli 2016

MeMadeMittwoch - mein ultimatives Reisekleid

Heute ist der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause, da muss ich einfach noch mal bei MeMadeMittwoch mitmachen. Das Thema heute: "Ich packe meinen Koffer".

Mein Sommerurlaub für dieses Jahr ist leider schon wieder vorbei aber dafür habe ich Tragebilder von meinem Lieblingsreisekleid - dem McCalls M6397 Schnittmuster.

McCalls Kleid und Nettie (ClosetCasefiles) Body
Das Kleid ist aus einem dehnbarem Baumwollsamt kombiniert mit einem dehnbaren Futterstoff. Das macht das Kleid schön strechtig. Die Bequemlichkeit ähnlich einem Jerseykleid und es sieht trotzdem nach einem richtigen Kleid aus. 

Entdeckt hatte ich den Baumwollsamt bei der AnNäherung Würzburg 2015. Damals hat Alexandra (mamamachtsachen) sich einen Rock aus dem Stoff in rot genäht. Leider gibt es diesen tollen Stoff nur in den zwei Farben - sonst hätte ich mir gleich noch ein Kleid daraus genäht.

Zugeschnitten hatte ich schon x Monate vor dem Urlaub. Dank meiner meditativen Nähweise (also einer sehr langsamen) blieb das Kleid dann erst Mal in der Warteschleife. Kurz vor dem Urlaub fiel mir auf, dass ich nichts zum anziehen hatte und da kam mir das bereits schon komplett zugeschnittene Projekt gerade recht. Sogar ein paar Nähten waren schon genäht.

Warum ist es für mich das ultimative Reisekleid?
  1. Dadurch, dass ich dazu gerne Nettie Bodys trage bleibt das Kleid vor mir "geschützt" und man kann es ohne Waschen mehrmals im Urlaub tragen. Das Kleid lässt sich bei warmem Wetter auch ohne Shirt drunter tragen. 
  2. Fürs Reisen super praktisch sind die großen Taschen, da kann kurz mal das Handy und Co. rein - alles hat Platz.
  3. wie schon geschrieben, durch den strechtigen Stoff ist das Kleid super bequem und man sieht trotzdem angezogen aus.
Schnitt: McCalls M6397 (leider inzwischen Out-of-Print)
Material: Baumwollsamt und dehnbares Futter (Fashion for Designers), dunkelblauen Paspel, Metallreißverschluss, Nahtband (also das mit dem Faden).
Änderungen: Änderung von Version 1 (Totenkopf-Kleid) übernommen.
Fazit: Ich liebe diesen Schnitt - da wird es bestimmt noch weitere Varianten geben.

Die anderen Urlauberinnen findet ihr auf dem MeMadeMittwoch Blog. Vielen Dank an die MeMadeMittwoch Crew für eure tolle Arbeit.

Muriel

Sonntag, 24. Juli 2016

Film und Serien Sew-Along Teil: Finale

Letzten Sonntag war das Finale vom Film- und Serien-SewAlong von minimale extravaganz und jetzt endlich bin auch ich mit meinem Kleid fertig. Irgendwie hat sich dieses Mal alles sehr gezogen, obwohl es vom Aufwand nicht sooo wild war.

Nochmal kurz eine Zusammenfassung für Euch:

Im ersten Teil hatte ich von meinem Plan geschrieben, ein Kleidungsstück aus der Serie "Call the Midwife" zu nähen. Entschieden habe ich mich für das Tanzkleid von Trixie:



Den Schnitt hat mir netterweise minimale extravaganz erstellt. Das ist ihr Entwurf:


Gleich der erste Versuch des Probekleids war erfolgreich. Es mussten nur noch Kleinigkeiten geändert werden. Das habe ich in Teil 3 beschrieben. Insgesamt habe ich zwei Probeteile vom Oberteil gemacht. Das Rockteil (Tellerrock mit 6 Kellerfalten) hat gleich gepasst. Den Futterschnitt habe ich versucht selbst zu erstellen, das war so semi-erfolgreich. Nach einer Nachhilfestunde bei meiner persönlichen Schnitterstellungsfee :-) wusste ich, was falsch war, und konnte die Futterteile fürs Oberteil nochmal erstellen.

Das Nähen des richtigen Kleides ging dann recht schnell, war ja schon das dritte Mal. Mit Ausnahme des fast 90°-Winkels am angeschnittenen Kragen/Rückenteil, dieser hat mich trotz Heftens einiges an Auftrennarbeit gekostet.
Mein fertiges "Call the Midwife - Trixie" Kleid
Außerdem habe ich mich bei den Knöpfen und den Knopflöchern wieder angestellt. Alleine schon die Entscheidung für die Knöpfe fiel mir sehr schwer. Entweder sahen die Knöpfe viel zu groß oder zu klein aus. Dank einem Tipp von Yacurama sind es dann beziehbare Knöpfe geworden.

Wenn möglich versuche ich Knopflöcher und Knöpfe zu vermeiden, deswegen habe meine Blusen auch bisher keine gehabt und wurden mit verdeckten Druckknöpfen (Deer&Doe, 12-Tops-Challenge) geschlossen. Wenn mir jemand die Entscheidung für Knöpfe abnehmen und die Knopflöcher noch einzeichnen würde (danke an der Stelle an Mann) - dann wäre es gar nicht so schlimm. Am Nähen liegt es nämlich nicht.

Auf dem Foto aus dem Film trägt Trixie eine Brosche. Klar, dass ich dann auch eine brauche. Auf dem Flohmarkt wurde ich fündig und habe zwei originale "Vintage"-Broschen gefunden. Ein silberfarbenes  Kleeblatt und eine Hummel. Der Gürtel ist ein Geschenk von minimale extravaganz - ihr seht, ohne sie wäre mein Projekt komplett anders geendet.


Brosche Nr. 2
Schnittmuster: Design von minimale extravaganz (Grundlage war ein Burda-U-Boot-Oberteil), Nahttasche (Butterick), Futterrock ohne Falten zugeschnitten.
Material: Oberstoff von TanteEmma, Paspel, Futter und Batist (Oberteilfutter) von FrauTulpe. Knöpfe selbstbezogen (Prym), Einlage für Knopfleiste/angeschnittenem Kragen, nahtverdeckter Reißverschluss.
Änderungen: Im Vergleich zum Probeteil wurde der Winkel des angeschnittenen Kragens noch geändert, am Oberteil an der Seite wurde was dazugegeben und die Taille nach oben versetzt.
Fazit: Der Schnitt entspricht nicht meinem üblichen Kleiderstil und es ist für mich kein Kleid für jeden Tag, aber nichts desto trotz fühlt es sich toll an und ich freue mich darauf, es zu tragen.

Vergleich Filmkleid - mein Kleid: Ich finde, ich habe das Filmkleid gut getroffen. Einzig der Unterrock fehlt noch - ob ich den jemals nähen werde? Der Rock ist länger als meine normalen Röcke, d.h. der Unterrock müsste auch länger sein und wäre für mich dann (aktuell) nur für dieses eine Kleid nutzbar und da fehlt mir die Motivation für.

Jetzt darf das Kleid aber erst mal in den Schrank - für ein gefüttertes Kleid ist es zur Zeit (zum Glück) definitiv zu warm. 

Die anderen fleißigen Teilnehmerinnen des SewAlongs findet ihr bei minimale extravaganz.
 @yacurama: vielen vielen Dank für diesen SewAlong und deine großartige Unterstützung bei meinem Kleid.

Ich hoffe, es gibt im nächsten Jahr wieder einen solchen SewAlong - immer wieder eine tolle Gelegenheit, mal aus seinem normalen Nähschema auszubrechen und was Neues auszuprobieren.

PS. Im letzten Jahr hatte ich ein Pushing-Daisys-Kleid genäht, welches ich sehr gerne trage. Auch das ist kein normales Alltags-Kleid.

Muriel

Mittwoch, 13. Juli 2016

MeMadeMittwoch - es war mal Sommer (kurzzeitig)

Diesen Sommer ist es echt verhext - entweder es ist brütend heiß oder es gleich wieder herbstlich. Mein "heutiges" MeMadeFoto ist von Dienstag letzter Woche - da war´s noch sommerlich.

Ich war bei Yacurama zu Besuch um den Schnitt für mein Film- und SerienSewAlong Kleid final anzupassen.


Mein heutes Outfit besteht aus einem älteren Burda-Shirt mit überschnittene Ärmeln und meinem All-Time-Favorite-Tellerrock mit breitem Bund.

Das Shirt hat inzwischen schon 4 Jahre aufm Buckel - das sieht man dem Stoff auch an. Die Farben haben an Strahlkraft verloren (siehe Oberteil-Link unten) aber alles in allem hält es sich sehr gut.

 Den Rock habe ich dieses Jahr im Rahmen des #ProjektBrotundButter (von siebenhundertsachen) genäht. Ich liebe diesen Rock.

Oberteil:
Schnitt: Abwandlung von Burda 02/1011 101 (vom Kleid das Oberteil)
Änderungen: siehe verlinkter Post
Stoff: Jersey vom Stoffmarkt
Fazit:  sehr schneller Schnitt, da dauert das Zuschneiden fast länger wie das Nähen :-)

Rock:
Schnitt: 1/2 Teller, Deer&Doe Bund, Eingriffstaschen nach Vogue (mehr Details siehe Rock-Link)
Material: weicher Jeansstoff, selbst hergestellte Paspel, Nahtverdeckter Reißverschluss, Einlage, Futter
Änderungen: Eingriffstasche: oberer am Körper anliegender Teil aus Oberstoff Rest aus Futterstoff.
Fazit: Immer noch ein toller Schnitt. Da wird es bestimmt noch weitere Varianten geben

Der heuten MeMadeMittwoch wird gleich von vier der tollen Moderatorinnen geleitet. Wer sonst noch dabei ist, seht ihr hier.

Muriel

Montag, 11. Juli 2016

Podcastepisode Nr. 16 mit Elke/Bele über die Ausstellung "Look! Fashiondesigner von A bis Z"

Ausstellung „LOOK! Modedesigner von A bis Z – Die Sammlung des MAKK“, 2015/16,
© MAKK, Foto: RBA Köln, Marion Mennicken
Im letzten Jahr hatte ich im Zuge des Bloggerinnentreffens in Köln die Gelegenheit, das Museum für angewandte Kunst Köln zu besuchen. Unsere Organisatorinnen hatten für die Teilnehmerinnen eine persönliche Führung durch die Ausstellung "Look! Fashiondesigner von A bis Z" organisiert und so konnten wir einen Blick hinter die Kulissen und auf die umfangreichen Vorbereitungen, welche für eine solche Ausstellung notwendig sind, erhalten. Die Sonderausstellung präsentierte eine Auswahl wichtiger Neuerwerbungen des Museums, welche als charakteristisch für ihre Entstehungszeit gelten.

Ich war in der Gruppe, die von Elke (einigen evtl. durch ihre Blogkommentare auch als Bele bekannt) durch die Ausstellung geführt wurde. Dies fand ich so spannend und informativ, dass ich sie zu meinem Podcast eingeladen habe. Zu meinem Glück hat das geklappt. Nun können auch diejenigen, die keine Gelegenheit hatten, die Ausstellung zu besuchen, einen Eindruck davon gewinnen.

Das Museum hat eine umfangreiche Textilsammlung. Elke selbst ist sehr textilbegeistert. Ihr beruflicher Werdegang begann mit einer Ausbildung zur Damenschneiderin. Inzwischen arbeitet sie bereits einige Jahre als Textilrestauratorin in Köln.


Opening Ceremony, Prêt-à-porter,
Frühjahr/Sommer 2014, Neopren bedruckt,
© MAKK, Foto: RBA Köln, Marion Mennicken
Vivienne Westwood, Prêt-à-porter-Linie „Red Label”, Herbst/Winter-Kollektion „Portrait“ 1990/91,
© MAKK, Foto: RBA Köln, Marion Mennicken

Thierry Mugler, Prêt-à-porter-Kollektion „L'Été du Sahara“, Frühjahr/Sommer 1986,
© MAKK, Foto: RBA Köln, Marion Mennicken
In dieser Folge sprechen wir unter anderem über:
  • ihre Entwicklung von der Damenschneiderei über einige Zwischenstationen bis zur Textilrestauratorin
  • die Intention hinter dieser Ausstellung
  • die Herausforderungen beim Ausstellen dieser empfindlichen Ausstellungsstücke
  • museal geeignete Vitrinen, um eine Schädigung der Kleidungsstücke zu vermeiden
  • Geschichten rund um einzelne Ausstellungsstücke (Alexander McQueen, Viviene Westwood)
  • der aufwendige Entstehungsprozess der Figurinen
  • das Thierry Mugler-Prêt-à-por­ter-Kleid und die Herausforderung, dieses Outfit auszustellen.
  • die Gefahr von Klimaschwankungen für diese historischen Stücke
  • wie sich Stoffe im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte verändern
  • wie die Kleidungsstücke aufbewahrt werden
  • ihre Lieblingsstücke aus der Ausstellung
  • in wieweit sich ihr Blick auf Mode durch die Arbeit im Museum geändert hat
  • in welchem Zusammenhang sie Mode, Frauen und Politik sieht.
  • mein Bericht über die Ausstellung "Auf nakter Haut" (Stuttgart)
Die Ausstellung ist inzwischen leider schon vorbei. Wer die Stücke aus der Ausstellung sehen möchte, kann sich den gut gestalteten Ausstellungskatalog mit über 300 Seiten im Buchhandel kaufen.

Vielen Dank an Elke für deine Zeit.
 
Ausstellung „LOOK! Modedesigner von A bis Z – Die Sammlung des MAKK“, 2015/16,
© MAKK, Foto: RBA Köln, Marion Mennicken

Nun will ich Euch nicht noch länger auf die Folter spannen. Los geht es mit der Podcastepisode:

 
Hier sollte ein Player angezeigt werden, 
falls nicht, bitte den Post über meinen Blog direkt aufrufen, dem Downloadlink,
via iTunes  oder einer Podcatcher App für Android / Windows Phone  (hier der RSS-Link für eure mobilen Geräte) 

 
Music "Goodwill Cowboys Ride Again" by Michael Chapman & The Woodpiles (modified by Muriel)
Available on the Free Music Archive under CC BY-NC 3.0 license

Vielen Dank an das Museum für die Zurverfügungstellung der Fotos.
Vielen Dank natürlich auch an Chrissy (Chrissys Nähkästchen) für deine stundenlange Arbeit für den Schnitt dieser Podcastfolge. 


Weitere Infos rund um den Nahtzugabe5cm-Podcast findet ihr auf meiner Podcast-Seite.
Und jetzt bin ich gespannt, wie Euch diese Folge gefallen hat.

Wenn Euch mein Podcast gefällt, würde ich mich freuen,
wenn ihr mein Podcastlogo mit Verlinkung mit auf Euren Blog nehmt.
Vielen Dank.
"Ich höre den Podcast von Nahtzugabe5cm.de"

Muriel
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